Griechisches Heu

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Bockshornklee

auch: Griechisches Heu, Kuhhornklee, Ziegenhorn, Hirschwundkraut, Rehkörner, Filigrazie, Schöne Margreth, Siebenzeiten, Stundenkraut, Methika, Philosophenklee

Familie: Schmetterlingsblütler 
 (Fabaceae)

Fenugreek (engl.)

 

Lt: Trigonella foenum-graecum

Kleine Pflanzenkunde

Bockshornklee

Bockshornklee ist eine einjährige, bis zu 60 Zentimeter hohe Pflanze, die vorwiegend auf lehmigen Böden anzutreffen ist. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Perserreich, Indien. Bereits bei den alten Ägyptern wurde er als Heilpflanze geschätzt. In arabischen Ländern wurde er zur Pflege von Haar und Kopfhaut als Abkochung eingesetzt. Bockshornklee hat runde, verzweigte Stängel und eine lange Pfahlwurzel. Die Laubblätter sind dreizählig, gestielt, länglich und an den Enden leicht gesägt. An den Blattachseln stehen gelb-beige, kurzgestielte Blüten. Die Pflanze bildet aus den Blüten lange, schmale, hornförmige Hülsen. Darin befinden sich die kleinen rechteckigen Samen. Neben der Verwendung als Heilpflanze wird Bockshornklee als Gewürzpflanze eingesetzt. Er ist ein wichtiger Bestandteil des Curry-Gewürzes. Die Samen werden auch in bestimmten Hartkäsesorten als Gewürz zugesetzt.

Blütezeit: Mai bis Juni, Sammelzeit: Juni bis August (Samen)

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Bockshornklee

Heilend bei: Erkältungen, aufgesprungenen Lippen, Anregung der Milchsekretion, Verdauungsstörungen, Geschwüren der Haut, Wunden (Blutvergiftungen werden verhindert), Ischiasschmerzen, Drüsenanschwellungen, Furunkel, Appetitlosigkeit, für Ausscheidungs- und Reinigungskuren, bei Leberschädigungen, bei Diabetes zur Senkung des Blutzuckers und des LDL-Cholesterins, bei Atemwegsbeschwerden 

Eigenschaften: entzündungshemmend, erweichend, aufsaugend, eiterentziehend, blutreinigend, schmerzstillend, kräftigend

Wirksame Teile: Samen

Inhaltsstoffe: Öle, Lecithin, Phytosterin, Schleimstoffe, Saponine, Sapogenine, Vitamin A, Vitamin D, Phosphor, Aminosäure Histidin, Diosgenin

  

Rezepturen & Produkte

Bockshornklee

Die Anwendung erfolgt äußerlich als Breiumschlag, Auflage oder Wickel und innerlich als Tee (aus Kaltansatz der Samen)

Breiumschlag nach Kneipp: Drei bis vier Esslöffel Bockshornkleesamen mit Wasser etwa fünf Minuten zu einem Brei kochen lassen. Zur Erhöhung der Wirkung etwas Essig zusetzen, salbenartig auf Leinwand auftragen und auf die leidende Stelle legen.

Teezubereitung: Zur innerlichen Anwendung wird der Samen am besten kalt angesetzt, dann einige Stunden ziehen lassen. Nun kurz aufkochen, durch ein Sieb geben und nach Bedarf mit Honig süßen. Der Tee kann mehrmals täglich schluckweise getrunken werden. Dieser Tee kann als als Gurgelwasser bei Entzündungen der Rachen- und Mundschleimhaut eingesetzt werden.

Im Handel ist Bockshornklee als Nahrungsergänzungsmittel, Tee oder als Pulver erhältlich. Keimsprossen der Bockshornkleesamen sind sehr bekömmlich und besonders schmackhaft an Salaten. Auch als Gewürz in bestimmten Hartkäsesorten werden Bockshornkleesamen zugesetzt.

  

   

In der Tierheilkunde

Bockshornklee enthält Schleimstoffe. Die wasserlöslichen Schleimstoffe haben lokal 
erweichende, reizmildernde und einhüllende Wirkung auf die Schleimhäute von Mensch und Tier. Diese wasserunlöslichen Schleimstoffe wirken vor allem im Magen-Darm-Trakt, indem sie das Darmvolumen steigern und damit den Stuhlgang regulieren. Schleimstoffe werden auch eingesetzt, um Giftstoffe aufzusaugen, Entzündungen zu hemmen, den Blutzucker zu senken und in Einzelfällen auch das Immunsystem zu stärken. (S. Bäumler: Heilpflanzenpraxis heute)

Bockshornkleesamen dienen als Futterzugabe der allgemeinen Gesunderhaltung der Tiere und finden äußerlich Anwendung in der Wundbehandlung, auch bei Ekzemen und Geschwüren. Die Samen werden als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten.

Susanne Fischer-Rizzi empfiehlt in ihrem Buch "Medizin der Erde" bei Fressunlust, Abmagerung und allgemeiner Schwäche der Tiere die Anwendung einer Mischung aus feingeschnittenen oder pulverisierten Kräutern: Tausengüldenkraut (2 Mengenteile), Enzianwurzel (2 Mengenteile), Wermutkraut (1 Mengenteil) und Brennnesselkraut (1 Mengenteil) mit Bockshornkleesamen (1 Mengenteil). Je nach Tierart und Gewicht sollten 2 bis 4 EL dem Futter beigemischt werden.

  

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Sémina foeni graeci. Bockshornsamen, feine Margareth.
Trigonélla foenum graécum. Papilionacéae. Südeuropa, Aegypten, Kleinasien, auch kultivirt.
Die Frucht dieser Pflanze ist eine sichelförmig gekrümmte, 10–12 cm lange Schotenfrucht mit zahlreichen Samen. Diese sind gelbbräunlich, sehr hart, fast 4 eckig; 3 mm lang, 2 mm breit. Der Geruch ist, nach dem Pulvern, angenehm süsslich, an Meliloten erinnernd; Geschmack schleimig, bitter. 
Bestandtheile. Aeth. und fettes Oel. Schleim.
Anwendung. Aeusserlich zu erweichenden Umschlägen; innerlich als Thierarzneimittel; das Destillat des Samens auch als Zusatz zu Cognacessenzen.
Die häufige Verfälschung mit Getreide- oder Hülsenfruchtmehl lässt sich leicht durch Jodwasser erkennen; da der Samen keine Stärke enthält, zeigt eintretende Bläuung eine Verfälschung mit Mehl.

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 15. Band: Seite 842

Trigonella L. (Kuhhornklee, Käseklee), Gattung aus der Familie der Papilionaceen, Kräuter mit fiederig dreizähligen Blättern, einzelnen, in Köpfchen, Dolden oder kurzen, dichten Trauben achselständigen, gelben, bläulichen oder weißen Blüten und linealischen, zusammengedrückten oder walzigen, geraden oder sichelförmigen, mehrsamigen Hülsen. Etwa 70 Arten, vorzüglich im Mittelmeergebiet. Trigonella Foenum graecum L. (Bockshornklee, griechisches Heu), einjährig, 30–50 cm hoch, mit verkehrt-eiförmigen oder länglich-keilförmigen Blättchen, einzeln oder zu zweien stehenden, blaßgelben Blüten und 8–12 cm langen, kahlen, linealischen, schwach sichelförmigen, längsgestreiften Hülsen, zwischen dem Getreide im südlichen Europa, in Kleinasien und Nordafrika, in Indien, auch in Europa der Samen halber kultiviert. Diese schmecken widerlich bitter, riechen stark melilotenartig und standen bei den Ägyptern, Griechen und Römern in hohem Ansehen, sie wurden als Arzneimittel, Viehfutter, geröstet als Speise benutzt, und auch Karl d. Gr. befahl den Anbau in Deutschland. Jetzt dienen die Samen fast nur noch in der Veterinärpraxis. Mit Milch zubereitet, genießen sie die Frauen im Orient, um die in den Harems beliebte Wohlbeleibtheit zu gewinnen. Das Stroh dient zu Pferdefutter.

 

   

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Galgant ] Gallkraut ] Gamander, echter ] Gänseblümchen ] Gänsefingerkraut ] Gänsekresse ] Garbenkraut ] Gartenbohne ] Gartenkerbel ] Gartenkürbis ] Gartenmohn ] Garten-Pfingstrose ] Gartenraute ] Gartensalbei ] Gartenthymian ] Gefleckter Aronstab ] Geisbaum ] Geißraute ] Gelber Enzian ] Gelbe Zeitlose ] Gelber Nachtschatten ] Gelbwurzel ] Gemeine Akelei ] Gemeine Alraune ] Gemeine Eberesche ] Gemeine Fichte ] Gemeine Heckenrose ] Gemeine Küchenschelle ] Gemeine Nachtkerze ] Gemeine Pestwurz ] Gemeine Rosskastanie ] Gemeine Tollkirsche ] Gemeine Wegwarte ] Gemeiner Aronstab ] Gemeiner Brauhopfen ] Gemeiner Dill ] Gemeiner Erdrauch ] Gemeiner Rosmarin ] Gewöhnliche Kratzdistel ] Gewöhnliche Vogelmiere ] Gewöhnliche Wegwarte ] Gewöhnlicher Braunwurz ] Gewöhnlicher Dost ] Gewöhnlicher Kümmel ] Gewöhnlicher Odermennig ] Gichtbeere ] Gichtkraut ] Gichtrose ] Gichtwurz ] Gilbkraut ] Ginkgo ] Ginseng ] Ginster ] Gnadenkraut ] Goldblume ] Goldmohn ] Goldrute ] Goldwurz ] Gottesgab ] Gottesgnadenkraut ] Graupen ] [ Griechisches Heu ] Grindelie ] Großblumige Königskerze ] Große Bibernelle ] Große Brennnessel ] Große Kapuzinerkresse ] Große Käsepappel ] Große Klette ] Große Pimpinelle ] Großer Wegerich ] Grummetblume ] Grüner Tee ] Gruserich ] Gundelrebe ] Gundermann ] Gurkenkraut ] Gurkenkraut II ]

 

 

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