Ginseng

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Ginseng

auch: Allheilwurzel, Koreanischer Ginseng, Kraftwurzel, Panaxwurzel, Samwurzel, Schinsengwurzel, Weißer Ginseng

Familie:

Efeugewächse

(Araliaceae)

 

 

Lt: Panax Ginseng

Kleine Pflanzenkunde

Ginseng

Seit Jahrtausenden wird diese Pflanze in der ostasiatischen Medizin verwendet. Je nach Verarbeitung gibt es weiße (Wurzeln werden nach der Ernte gewaschen und direkt getrocknet) und rote (die Wurzeln werden nach der Ernte zunächst gebrüht und dann getrocknet) Ginsengwurzel. Durch die Hitzeeinwirkung können jedoch thermolabile Inhaltsstoffe zerstört werden. Ginseng gedeiht in den Gebirgswäldern Ostasiens, wird aber auch angebaut auch in Russland und den USA angebaut. Ginseng ist eine ausdauernde Pflanze mit einer mehrköpfigen Pfahlwurzel und wird bis zu 60 Zentimeter hoch. Der Stängel steht aufrecht, ist kahl und rund, mit endständigen Blättern. Das Laub ist gestielt, dunkelgrün und gefingert. Ginseng bildet weiß-grüne Blüten in Dolden, seine roten Steinfrüchte enthalten je zwei Samen.

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Ginseng-Wurzel

 

Heilend, fördernd und kräftigend für: Ausschwemmung / Blutreinigung / Entgiftung / Entschlackung, Stoffwechsel, Nerven, Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, Herz, Kreislauf

Anwendung: zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, zur Stärkung der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit, bei allgemeinen körperlichen Schwächezuständen, nervösen Angstzuständen, bei Schlaflosigkeit, Impotenz, Unfruchtbarkeit (u.a.)

Eigenschaften: tonisierend, stimulierend, herzstärkend, immunstimulierend, leistungssteigernd

Wirksame Teile: Ginsengwurzel (Ginseng radix)

Inhaltsstoffe: Ginsenoside, ätherisches Öl

Verwendung: Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee und in Fertigpräparaten.

 

   

In alten Büchern gestöbert

Ginseng 

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Rádices ginseng Americánae. Ginsengwurzeln.
Panax quinquefólius. Araliacéae. Nordamerika, namentlich Ohio und Virginien.
Diese in grossen Massen von Nordamerika nach China, wo sie zu abergläubischen Zwecken Verwendung findet, exportirte Wurzel kam auch eine Zeit lang zu uns und diente zur Darstellung verschiedener Geheimmittel. Sie ist meist spindelförmig, 3–5 cm lang, bis zu 1 cm dick; einfach, oder nach unten in zwei Aeste auslaufend. Aussen bräunlich, innen gelblich weiss. Geschmack anfangs bitter, nachher süsslich, dem des Süssholzes ähnlich.
Anwendung. Dient in Amerika zu gleichen Zwecken wie unser Süssholz, wegen des darin enthaltenen, dem Glycyrrhizin ähnlichen Stoffes.

 

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 159

Ginsengwurzel(Kraftwurzel, Radix ninsi oder ginseng). Die Chinesen legen bekanntlich einen hohen Wert auf eine gewisse Wurzel, die ihnen als ein Stärkungs- oder Reizmittel dient, und die sie nicht allein aus dem Norden ihres eigenen Landes, sondern auch von auswärts, aus Japan, Nepaul und neuerdings auch aus Nordamerika beziehen. Die Pflanzen, von welchen diese Wurzeln kommen, gehören dem Geschlecht Panax an; in Amerika ist es P. quinquefolia, ein Gewächs, das bei uns in Gärten und Anlagen als Blattpflanze nicht selten vorkommt. Die Amerikaner setzen nach ihren Handelsberichten jährlich für ½ Mill. Doll. dieser Wurzeln nach China ab; in unserm Arzneischatz dagegen hat sich die Drogue keine Stelle erringen können. Sie erscheint bei uns vielmehr nur als Verfälschung, da sie nicht selten der Senegawurzel beigemischt ist und aus dieser sorgfältig ausgelesen werden muß.

  

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 12. Band: Seite 648

Panax L. (Kraftwurz, Ginseng), Gattung aus der Familie der Araliaceen, Sträucher und Bäume in wärmern Ländern, mit drei- bis fünfzähligen Blättern, Blüten in traubenartigen Dolden und zusammengedrückter, zweifächeriger Beere.
Von Panax quinquefolius L., in Nordamerika, von Kanada bis Carolina, ist die Wurzel in Nordamerika ein Surrogat der Süßholzwurzel und findet sich sehr häufig der Senegawurzel beigemischt. Sie enthält einen dem Glycyrrhizin einigermaßen ähnlichen Stoff, das Panaquilon.
Panax Ginseng C. A. Mey., ausdauernd, 30–60 cm hoch, mit 3–4 im Wirtel stehenden, fünffingerigen Blättern, endständigen einfacher Blütendolde und scharlachroter Frucht, in Ostindien,  China und Japan, liefert die Ginsengwurzel (Pentsao), welche durch Brühen fast durchscheinend wird. Man schreibt ihr sehr bedeutende Kräfte zu, und von den chinesischen Ärzten wird sie fast jedem Kranken, der dem Tod nahe ist, als letzte, Wunder wirkende Arznei gereicht. Früher glaubte man auch in Europa, wo sie durch Bourdelin 1697 bekannt wurde, an ihre Kräfte und bezahlte sie sehr teuer; jetzt kommt sie nur selten oder fast gar nicht im Handel vor, nachdem man sie als indifferente, schleimige, zugleich etwas bitterlich-süße, wertlose Drogue erkannt hat.

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

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