Wegwarte
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auch:
Wilde Zichorie, Zichorie, Gemeine Wegwarte, Gewöhnliche Wegwarte,
Sonnenwirbel, Sonnenkraut, Feldwegwart, Sonnenwende
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Familie:
Korbblütler
(Asteraceae)
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Cichorium Intybus L. (Zichorie, Feldwegwart, Sonnenwende), bis 1,25 m hoch, mehr oder weniger steifhaarig, mit schrotsägezahnigen Wurzel- und lanzettlichen
Stengelblättern und paarigen, kurzgestielten, blauen, selten weißen Blüten, findet sich von Japan und China durch Vorderasien und ganz Europa bis hoch nach
Norwegen und auch in Nordamerika.
Ihre lange, möhrenförmige Wurzel (Weglungenwurzel) war früher offizinell; sie schmeckt unangenehm bitter und ist getrocknet ganz geruchlos, ihr Aufguß soll
etwas betäubend wirken. Mit Zucker eingemacht, bildet sie die Hindläufte der Konditoren. Das Kraut ist ein gutes Viehfutter und wird wohl auch zur Fettweide
für Hämmel gebaut, jung dient es als Salat. Für diesen Zweck kultiviert man besondere Formen, besonders in Belgien den Brüsseler Witloof und in Frankreich
den Kapuzinerbart, dessen Wurzeln, in einem dunkeln Keller in Pferdedünger eingepflanzt, farblose, äußerst zarte Blätter treiben. In großem Maßstab
kultiviert man die Zichorie, um die Wurzel als Kaffeesurrogat zu benutzen, besonders im Magdeburgischen, Braunschweigischen, Hannöverschen, in Thüringen, im
Breisgau, in Schlesien, Böhmen, Mähren, Österreich, Ungarn, Belgien, Holland und England.
Die Zichorie verlangt einen tiefen, mürben, thonhaltigen, kalkreichen, in guter Dungkraft stehenden Boden und sonnige Lage, gedeiht aber auch noch auf
sandigem Lehmboden. Frische Düngung bringt die Gefahr des Verunkrautens mit sich, weshalb man vorzieht, die Zichorie in zweiter Tracht zu bauen. Die
Vorfrucht muß den Boden rein gelockert und kräftig zurücklassen. Die Aussaat geschieht im April, am besten mit der Drillmaschine, 5–6 kg pro Hektar. Die
Reihen erhalten 30–35 cm Entfernung, während die jungen Pflänzchen in den Reihen auf 25–30 cm verdünnt werden. Die jungen Pflänzchen müssen behackt
werden, später ersticken sie alles Unkraut. Die Ernte erfolgt im Oktober; doch kann man die Wurzeln auch über Winter in der Erde lassen, da sie nicht
erfrieren. Die Zichorie nimmt die Bodenkraft sehr stark in Anspruch, und gewöhnlich
muß der Boden für die Nachfrucht wieder gedüngt werden. Die kultivierte Wurzel ist stärker als die wild gewachsene, fleischig, mit verhältnismäßig breiterer
Rinde. In beiden finden sich nur Spuren von Gerbstoff und ätherischem Öl, wenig Eiweiß, Fett, Harz und organische Säuren. |