Gemeiner Rosmarin

Heilpflanzen Gesundheit Pflegerezepturen Einfluss des Mondes Kräuter-Garten

Rosmarin

auch: Gemeiner Rosmarin, Anthoskraut, Hochzeitsblume, Kranzenkraut

Familie: Lippenblütler 

(Lamiaceae)

Rosemary (engl.)

 

Lt: Rosmarinus officinalis

Kleine Pflanzenkunde

 

Rosmarin

Rosmarinus officinalis, ein 0,6–2 m hoher, sparrig-ästiger Strauch mit gegenständigen, zwei- bis dreijährigen, linienförmigen, fast sitzenden, lederartigen, am Rand stark zurückgerollten, oberseits grünen, runzeligen, kahlen, unterseits weiß- oder graufilzigen Blättern und blaßblauen Blüten mit weißer Längsbinde in achselständigen Blütentrauben, wächst auf trocknen, felsigen Anhöhen in Südeuropa, Nordafrika und dem Orient und wird vielfach kultiviert. (Meyers 1888; Band: Seite 975)

Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum. In unseren Breitengraden sollte man die Pflanze im Winter frostfrei (aber kühl) stellen oder zumindest abdecken.

Blütezeit: März bis Mai

Sammelzeit: April bis Juni

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

Rosmarin

Heilend, fördernd und kräftigend für: Durchblutung, Herz, Kreislauf, Gewebe

Anwendung bei: Blähungen, Niedriger Blutdruck, nervöse Herzbeschwerden, nervöse Kreislaufbeschwerden, rheumatische und neuralgische Beschwerden, schwache Menstruation, Schwäche und Erschöpfung, Verdauungsstörungen, hartnäckige Hautausschläge, Kopfhautbeschwerden

Eigenschaften: krampflösend, anregend, antimikrobiell, antiviral, gallensekretionsfördernd, leberschützend, antirheumatisch, blähungstreibend, durchblutungsfördernd 

Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Labiatengerbstoffe

 

Wirksame Teile: Rosmarinblätter (Rosmarini folium)

 

Rezepturen  &  Produkte

 

Rosmarin

Rosmarin ist ein beliebtes Würzkraut. Die medizinische Anwendung erfolgt innerlich als Tee oder äußerlich als Tinktur, Salbe für Einreibungen und in Badezusätzen (Rosmarinbäder am besten vormittags anwenden).

Kräuter-Haarwasser: 20 g Arnika, 20 g Buchsbaum, 15 g Klette, 15 g Brennnessel, 10 g Birke, 10 g Rosmarin und 10 g Lavendel werden etwa 5 Minuten lang in etwa 2 Liter gutem Essig gekocht. Anschließend muss der Sud etwa 30 Minuten ziehen. Die Kräuter durch ein feines Sieb abseihen und in eine wiederverschließbare Flasche füllen. Mit dem Kräuter-Haarwasser die Kopfhaut täglich sanft einreiben und das Haar danach wie gewohnt trocknen und frisieren. Anwendung bei Haarausfall, schütterem Haarwuchs und zur Pflege der Kopfhaut.

Teeaufguss: Ein Teelöffel voll Rosmarinblätter werden mit heißem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach etwa 15 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Von dem frische Tee etwa drei bis vier mal täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken. 

Zur Bereitung eines Teilbades oder Sitzbades werden etwa 100 bis 150 g Rosmarinblätter in einem Strumpf oder Leinensäckchen in 20 Liter Wasser gegeben. 

  

   

In der Tierheilkunde

  • Rosmarin in der Veterinärmedizin zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung bei stumpfen Verletzungen, offenen Wunden, Hauterkrankungen und Eutererkrankungen als Emulsion oder Salbe.

  • Rosmarin in der Veterinärmedizin bei Panaritium (Entzündung durch eine Infektion mit Staphylokokken und Streptokokken, seltener durch eine Infektion mit anderen Bakterien) als Aerosol, Emulsion oder Salbe. 

  • Rosmarin in der Veterinärmedizin als Infusionslösung zur lokalen Keimabtötung und Entzündungshemmung bei Endometritiden (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut).

  • Rosmarin in der traditionellen Tierheilkunde zur Blutstillung als Pulver. Dafür die Wunde mit einem Aufguss von Eichelfruchtbechern reinigen und anschließend mit Rosmarinpulver pudern.

  • Rosmarin in der traditionellen Tierheilkunde zur Blutstillung unter Verwendung eines Aufgusses: 1 Handvoll der frischen Pflanze mit 1 Liter Wasser (siedend) übergießen. Empfohlen wird die Beigabe von etwa 30 g Gänseblümchen.

  • In der Naturheilkunde werden bei Pferden und Eseln mit rheumatischen Gelenkerkrankungen regelmäßig Kräuter der Heu- und Haferration untergemischt: Kresse, Brennnessel, Petersilie, Beinwell, Silberweiden- oder Wacholderrinde, Große Klette und Rosmarin.

  • Rosmarin zur Behandlung von Insektenstichen. Für einen Ölauszug werden etwa 5 EL Rosmarin (gehackt) und 5 EL Eberraute in eine verschließbare Flasche gefüllt und mit 2 EL Essig benetzt. Die Flasche wird mit Olivenöl aufgefüllt und an einem warmen, hellen Platz etwa 2 Wochen stehen gelassen. Danach wird das Öl gefiltert und kann zur Behandlung verwendet werden. Im Kühlschrank ist der Ölauszug mehrere Monate haltbar.

  • Traditionell wurde Rosmarin gegen Räude eingesetzt. Die Tiere wurden mit einem starken Absud gewaschen. Hinweis: Räude bei Schafen, Rindern und Pferden ist ansteckend und daher anzeigepflichtig.

  • Rosmarin in der traditionellen Tierheilkunde gegen Ohrmilben bei Hunden und Katzen. Eine Mischung aus Rotöl, Rosmarin und Eukalyptus wirkt antiparasitär und hilft gegen Entzündungen.

  • Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Fólia rorismaríni oder ánthos. Rosmarinblätter.
Rosmarínus officinális. Labiátae. Mittelmeerländer, bei uns in Gärten.
Blätter linienförmig, 1–2 ½ cm lang, ca. 2 mm breit, Rand stark zurückgebogen, lederartig, oben dunkelgrün glänzend, unten weissfilzig. Geruch und Geschmack aromatisch, bitter.
Bestandtheile. Aetherisches Oel, Harz, Gerbsäure. Anwendung: In der Volksmedizin zur Beförderung der Menstruation.

  

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 13. Band: Seite 975

Man benutzt das offizinelle Kraut in Italien und Frankreich als Küchengewürz, auch als Abortivmittel, bereitet daraus medizinische Präparate, unter andern das Aqua reginae Hungariae, welches von der Königin Elisabeth von Ungarn, Mutter Ludwigs d. Gr., zuerst angewandt wurde; namentlich aber gewinnt man aus den Blättern durch Destillation ein ätherisches Öl (1 Proz.), welches farblos oder gelblich, dünnflüssig ist, durchdringend riecht, bei mehr als 166° siedet und neben einem Kohlenwasserstoff auch einen sauerstoffhaltigen Körper enthält. 
Man benutzt das Öl und daraus bereitete Präparate zu Einreibungen, reizenden Verbänden etc., zu Firnissen und Pomaden, zur Vertilgung schädlicher Insekten und besonders zur Denaturierung des Olivenöls. Rosmarin war schon bei den Alten geschätzt. Die Griechen nannten ihn Libanotis, zählten ihn zu ihren Kranzpflanzen und benutzten ihn bei feierlichen Gebräuchen; auch bei den Römern war er als Rosmaris hochgeschätzt, und der Gebrauch desselben pflanzte sich später ins Abendland fort. Noch jetzt tragen Landleute bei Leichenbegängnissen Rosmarinzweige als Schmuck, wie man anderseits auch die Braut mit Rosmarin schmückt. Karl d. Gr. beförderte den Anbau des Krauts, und Arnoldus Villanovacus stellte bereits das ätherische Öl daraus dar.

  

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Kräuterbuch anno 1625

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Galgant ] Gallkraut ] Gamander, echter ] Gänseblümchen ] Gänsefingerkraut ] Gänsekresse ] Garbenkraut ] Gartenbohne ] Gartenkerbel ] Gartenkürbis ] Gartenmohn ] Garten-Pfingstrose ] Gartenraute ] Gartensalbei ] Gartenthymian ] Gefleckter Aronstab ] Geisbaum ] Geißraute ] Gelber Enzian ] Gelbe Zeitlose ] Gelber Nachtschatten ] Gelbwurzel ] Gemeine Akelei ] Gemeine Alraune ] Gemeine Eberesche ] Gemeine Fichte ] Gemeine Heckenrose ] Gemeine Küchenschelle ] Gemeine Nachtkerze ] Gemeine Pestwurz ] Gemeine Rosskastanie ] Gemeine Tollkirsche ] Gemeine Wegwarte ] Gemeiner Aronstab ] Gemeiner Brauhopfen ] Gemeiner Dill ] Gemeiner Erdrauch ] [ Gemeiner Rosmarin ] Gewöhnliche Kratzdistel ] Gewöhnliche Vogelmiere ] Gewöhnliche Wegwarte ] Gewöhnlicher Braunwurz ] Gewöhnlicher Dost ] Gewöhnlicher Kümmel ] Gewöhnlicher Odermennig ] Gichtbeere ] Gichtkraut ] Gichtrose ] Gichtwurz ] Gilbkraut ] Ginkgo ] Ginseng ] Ginster ] Gnadenkraut ] Goldblume ] Goldmohn ] Goldrute ] Goldwurz ] Gottesgab ] Gottesgnadenkraut ] Graupen ] Griechisches Heu ] Grindelie ] Großblumige Königskerze ] Große Bibernelle ] Große Brennnessel ] Große Kapuzinerkresse ] Große Käsepappel ] Große Klette ] Große Pimpinelle ] Großer Wegerich ] Grummetblume ] Grüner Tee ] Gruserich ] Gundelrebe ] Gundermann ] Gurkenkraut ] Gurkenkraut II ]

 

Durchsuchen Sie unsere Website mit google



 

 

 

Kleines Fachlexikon

Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen und Verarbeitung


Home Kontakt Impressum Literatur Downloads

© TerraLuna - Kräuterland 2008 - 2011