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Javanische Gelbwurz
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auch: Curcuma,
Javanische Kurkuma, Kurkuma, Zitwer, Gelbwurzel
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Familie:
Ingwergewächse
(Zingiberaceae)
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Lt:
Curcuma domestica,
C.
xanthorrhiza,
C.
longa,C.
rotunda
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Kleine Pflanzenkunde
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Merkmale:
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ausdauernde, bis zu 100 cm hohe Pflanze;
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lange, grüne Stängel aus kurzen
Sprossachsen gebildet;
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große, aufrechtstehende grüne Blätter mit schmalen dünnen ganzrandigen Spreiten, die am Grunde scheidenartig den Stängel umgeben;
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Blüten in Bodennähe, meist zu zweit in den Achseln grünlich-weißer Deckblätter; 3 Kelch- und 3 große, gelbe
Corollblätter;
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knollig verdickter
Hauptwurzelstock, der eine ganze Reihe von Nebenwurzelstöcken bildet, die teilweise Niederblätter tragen und nach deren Absterben quergeringelt erscheinen.
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Verbreitung:
Tropengebiete Asiens, angebaut in Asien, Afrika und Mittelamerika
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Verwendung:
Die Pflanze wird nicht nur als Arzneipflanze genutzt, sondern sie ist auch Bestandteil des Curry-Gewürzes und sie liefert den gelben Farbstoff
Curcumin.
Die Seitentriebe der Kurkumawurzel werden als "Curcuma longa" gehandelt, die
Wurzelknollen als "Curcuma rotunda".
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Verarbeitung:
Curcumawurzelstock wird nach dem Ernten gebrüht und getrocknet
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Wirksame Teile: Curcumae xanthorrhizae
rhizoma (Curcuma Wurzelstock), Curcumae domesticae rhizoma (Kurkumawurzelstock)
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Curcuminoide
Eigenschaften: blähungstreibend,
gallensekretionsfördernd (choleretisch), antihepatotoxisch,
antihyperglycinämisch, antiinflammatorisch, entzündungshemmend (antiphlogistisch), antimikrobiell
(Kom-E)
Anwendung: Innerlich als Tee und Fertigarzneimittel
bei Blähungen, Durchfällen, Völlegefühl, Verdauungsstörungen (besonders bei funktionellen Störungen des ableitenden Gallensystems)
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In
der Volksheilkunde innerlich, sSpeziell in Indien bei Diarrhoe, Fieber, Wassersucht, Bronchitis, Erkältungen und
Wümern. In Indonesien bei Lepra, Blasen- und Nierenentzündungen, Kopfschmerzen, Blähungen, Oberbauchschmerzen, Brustinfektionen, Fieber, Erkältungen und
Diarrhoen.
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In
der Volksheilkunde äußerlich, speziell in Indien bei Prellungen, Blutsaugerbissen und eiternden Augenentzündungen,
in Indonesien bei Entzündungen der Mundschleimhaut, in China bei entzündlichen
Hauterkrankungen, auf den Cook-Inseln bei septischen Wunden.
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Rezepturen:
Soweit nicht anders verordnet, wird 2mal täglich eine Tasse des wie folgt bereiteten Teeaufgusses getrunken: Etwa 1 bis 2 Teelöffel voll (ca. 1,3 g) Curcumawurzelstock oder die entsprechende Menge in einem oder mehreren
Aufgußbeutel(n) wird mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten gegebenenfalls durch ein Teesieb gegeben.
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In alten
Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893
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Rádices rect. Rhizóma cúrcumae. Kurkuma oder Gelbwurzeln.
Cúrcuma longa. Scitaminéae. Ostindien, China, Réunion, Afrika, Westindien
kultivirt.
Man unterscheidet im Handel runde und lange K. Die ersteren, ca. wallnussgross, sind die Mittelstöcke; die letzteren, ca. fingerlang
und dick, die Seitenäste des Wurzelstockes. Beide Arten finden sich gewöhnlich gemengt, werden später vielfach sortirt gehandelt. Aussen graugelb,
innen goldgelb bis rothgelb, dicht, mit fast wachsglänzendem Bruch. Schlechte verdorbene Waare erscheint auf dem Bruch fast schwarz. Die Wurzel wird,
um das Auswachsen zu verhüten, vor dem Trocknen mit kochendem Wasser abgebrüht. Geruch eigenthümlich, gewürzhaft; Geschmack ebenfalls, etwas scharf.
(Die K. bildet einen Hauptbestandtheil des bekannten Curry powder. ) Nach dem Pulvern erscheint die Wurzel goldgelb bis safrangelb. Sie färbt beim
Kauen den Speichel dunkelgelb.
Bestandtheile. Curcumin, ein harzartiger Farbstoff (in reinem Wasser unlöslich, löslich dagegen in Alkohol, ätherischen und fetten Oelen). Aetherisches
Oel, Stärkemehl.
Anwendung. Hier und da zum Färben von Salben, Fetten, Butter, Käse, Backwaaren, Likören. In der eigentlichen Färberei immer mehr verdrängt, da die
Farbe nicht haltbar ist und durch Alkalien braun wird. Mit K. gefärbtes Fliesspapier dient in der Chemie als Reagenspapier auf Alkalien und Borsäure.
Die Kurkuma kommt in Ballen, zuweilen auch in Binsenkörben in den Handel, und zwar über England, Holland, Hamburg und Bremen. Der jährliche Import für
Deutschland beziffert sich auf einen Werth von ca. M. 250000.
Man unterscheidet, nach ihren Ursprungsländern benannt, verschiedene Handelssorten. Die weitaus geschätzteste ist die chinesische, aussen gelb, innen
orangegelb, ähnlich dem Gummigutt, gepulvert feuriggelb. Weniger geschätzt sind Bengal, Madras und Java, aussen mehr grau als gelb, innen weniger schön
von Farbe als die chinesische. Grosse afrikanische Kurkuma in handförmigen Knollen kommt nur selten in unsern Handel; sie stammt von einer anderen
Scitaminee, Canna speciosa, soll aber sonst gleichwerthig sein.
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Tabernaemontanus "New und vollkommen Kräuterbuch" (1613)
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"Es ist die Wurzel gar wenig in Gebrauch / Es wird aber ein Lattwerge in den Apotheken zugerichtet / Diacurcuma genennt / so zu vielen Schwachheiten gut ist / als nemlich zu kalten Schwachheiten des Magens / der Leber und des Miltzes / und derselben langwierigen Gebrechen. Gilbwurzel wird auch genannt Gelsuchtswurzel / die weil sie zu der Gelsucht sol gut seyn."
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892,
Band 7, Seite 48
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Curcuma L. (Kurkuma, Zitwer), Gattung aus der Familie der Zingiberaceen, perennierende Kräuter mit fleischigen, geringelten Wurzelstöcken, zweizeiligen Blättern, seiten- oder endständiger Blütenähre und zwei- oder dreifächeriger Kapsel mit wenigen Samen; 25 in Südasien heimische Arten.
Curcuma longa L. (Gelbwurz, Gilbwurz, gelber Ingwer), mit grundständigen, breit lanzettförmigen, gestielten Blättern und vor diesen sich entwickelndem, 30 cm langem, seitenständigem Blütenschaft mit gelben Blüten, in Südasien, besonders in Ostindien, heimisch, wird dort, auf Ceylon, Java, Bourbon und in Westindien kultiviert und liefert die Gelbwurz (Gilbwurz, Kurkuma,
Gurkemé, Tumerikwurzel, Gelbsuchtwurzel, Radix Curcumae).
Der länglichrunde Hauptwurzelstock und seine seitlichen, mehr gestreckten Äste sind durch Narben abgestorbener Blätter geringelt; ersterer bildet die runde, letztere die lange
Kurkume. Die langen, dünnen Wurzeln schwellen oft zu farblosen, spindelförmigen, stärkemehlreichen Knöllchen an, welche auf Stärkemehl verarbeitet werden. Die Kurkumawurzel ist sehr dicht und schwer, hornartig spröde, außen grau, gelb bestäubt, innen körnig, gelbrot, wachsglänzend; riecht aromatisch, schmeckt feurig gewürzhaft und enthält ätherisches Öl und Kurkumagelb (s. d.). Durch die Kultur sind verschiedene Handelssorten entstanden, auch stammt die Kurkumawurzel wahrscheinlich noch von andern Curcuma-Arten (z. B.
Curcuma viridiflora Roxb.). Die chinesische Wurzel, welche viele große Zentralknollen enthält, ist wegen ihres Reichtums an Farbstoff besonders geschätzt; die bengalische, javanische und die von Madras sind geringer und unter sich wenig verschieden. Eine afrikanische
Kurkumawurzel, in langen, bandförmigen Knollen
von Geruch und Geschmack der indischen Wurzel, soll von der in Westafrika häufigen Canna speciosa stammen. Die Kurkumawurzel ist in ihrer Heimat als Gewürz und Arznei seit dem höchsten Altertum sehr beliebt; früher wurde sie auch in Europa arzneilich und in der Färberei benutzt, jetzt dient sie nur noch zum Färben von Buntpapier, Gebäck, Butter, Käse, Öl, Firnis, Salben etc. (vgl.
Kurkumagelb); in der englischen Küche bildet Kurkumawurzel ein Hauptingrediens des
Curry-powder.
Curcuma Zedoaria
Rosc. (Curcuma Zerumbet Roxb.), mit grundständigen, lineal-lanzettlichen, in der Mitte purpurfarbig wolkigen Blättern, 1 m hohem Stengel und seitenständiger, vor den Blättern erscheinender, langer Blütenähre mit roten Deckblättern, kommt wild und angebaut in Südasien und auf Madagaskar vor und bildet Wurzelstöcke wie die vorige Art. Die Zitwerwurzel
(Radix Zedoariae), welche von dieser Pflanze stammt, kommt stets nur in zerschnittenen Zentralknollen oder Hauptwurzelstöcken vor.
Sie ist außen gräulichweiß, im Innern grau, weniger dicht als
Kurkumawurzel, riecht und schmeckt auch milder, mehr kampferartig und bitter. Sie enthält ätherisches Öl, Harz und viel Stärkemehl, wurde im Mittelalter durch die Araber in Europa eingeführt und war um 1150 in Deutschland wohl bekannt. Sie dient jetzt nur noch zu gewürzigen Tinkturen und Magenlikören.
Von Curcuma angustifolia Roxb., in Tikor, Benares und Madras, und Curcuma leucorrhiza
Roxb., in Berar, werden die Wurzelstöcke auf Arrowroot verarbeitet, welches als ostindisches Arrowroot oder Tik
(Tikur) ausgeführt wird.
Auch Curcuma rubescens Roxb. liefert Stärkemehl und bildet in Travankor einen großen Teil der Nahrung der Eingebornen. Als Zierpflanzen für das Warmhaus sind zu erwähnen: Curcuma aeruginosa
Roxb., aus Pegu, mit 1 m langen, gestielten, breit-lanzettförmigen, an beiden Enden verschmälerten, oben in der Mitte mit purpurrötlichen Flecken versehenen Blättern und blaß rosenroten, inwendig gelben Blüten; Curcuma comosa
Roxb., aus Pegu und der Gegend von Rangun, mit 1,5 m hohen, gestielten, lanzettförmigen, an beiden Enden verschmälerten, ganz grünen Blättern und rötlichbraunen, inwendig gelben Blüten.
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Merck´s Warenlexikon, 1884,
Band 21, Seite 88
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Curcuma (Gelbwurz, rhizoma
Curcumae, radix Curcumae) ist die Wurzel, richtiger der Wurzelstock (Rhizom), der zu den Scitamineen (Gewürzlilien) gehörenden Pflanze Curcuma
longa, die im östlichen Asien einheimisch ist und in Ostindien, China, Japan, wahrscheinlich nebst einigen verwandten Arten kultiviert wird und auch nach Réunion und Westindien verpflanzt wurde. Die sog. runde und lange C. kommen von derselben Pflanze, indem erstere die rundliche nußgroße Hauptknolle, letztere die abgeschnittnen bis fingerdicken Nebenknollen bildet.
Verschiedenheiten in den Eigenschaften bestehen zwischen beiden nicht. Man unterscheidet im Handel die Ware nach ihren Erzeugungsländern, und hiernach zeigt sie allerdings wesentliche Verschiedenheiten. Die beste und teuerste Sorte ist die chinesische, meist in Stücken wie ein kleiner Finger, äußerlich goldgelb, innen orange oder rotgelb wie
Gummigutt. Gepulvert erscheint sie feurig hochgelb. Die gangbarsten, unter sich weniger verschiednen Sorten sind Bengalische, Java,
Madras; öfter kurze und lange gemischt, außen graugelb oder schmutzig weißstaubig, innen blaßgelb bis bräunlich (verdorbene fast schwarz), durchschnitten wachsglänzend, gepulvert nicht so schönfarbig wie die chinesische, die deshalb vorzugsweise als Farbstoff benutzt wird.
Der Geruch der C. ist dem des Ingwers ähnlich, aber schwächer, der Geschmack bitter
gewürzhaft. Beim Kauen färbt sie den Speichel stark gelb. Als charakteristischen Bestandteil enthält die Wurzel neben einem ätherischen Öle einen gelben Farbstoff, das
Curcumin, der bei seiner harzigen Beschaffenheit vom Wasser nicht, aber leicht von Weingeist, ätherischen Ölen und Alkalien gelöst, von letztern aber dabei in Braunrot umgewandelt wird. Medizinisch wird die C. jetzt nicht mehr verwendet und auch in der Färberei nur noch wenig; zum Färben von Buntpapier, Kuchen und anderm Gebäck, von Butter, Käse, Ölen, Firnissen, Salben etc. wird sie noch benutzt. Mit C. gelb gefärbtes Papier dient in der Chemie als Reagens auf Alkalien und sich wie diese verhaltende Stoffe, indem es von solchen in Rotbraun umgefärbt wird. Als neue Ware erscheint afrikanische C., die von der in Westafrika häufig wachsenden prächtigen Canna speciosa kommt und lange bandförmige Knollen bildet. Geruch und Geschmack wie sonstiges Verhalten stimmt mit der indischen C. überein. - Die C. kommt meist gepulvert zum Verkauf und ist nicht selten der Vermischung mit fremden Substanzen unterworfen, die am besten durch das Mikroskop gefunden werden.
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Informationen
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