Gartenkürbis

Heilpflanzen Gesundheit Pflegerezepturen Einfluss des Mondes Kräuter-Garten

Kürbis

auch: Feldkürbis, Gartenkürbis, 
Gemeiner Kürbis, Ölkürbis

Familie: Curcurbitaceae
(Kürbisgewächse)

Gourd, Pompion, Pumpkin (engl.)

 

Lt: Cucurbita pepo

Kleine Pflanzenkunde

Merkmale: 

  • Einjährige Pflanze; 

  • Stängel niederliegend oder kletternd mit Ranken, bis zu 10 m lang, steifhaarig; 

  • Blätter wechselständig, gestielt, aus herzförmigem Grund, 5lappig, mit spitzen Lappen, durch stumpfe Buchten getrennt, steifhaarig; 

  • Blüten eingeschlechtig, auf derselben Pflanze; 

    • Männliche Blüten in blattachselständigen Büscheln mit fünf Staubblättern, je zwei paarweise verwachsen ( das fünfte frei), Staubbeutel S-förmig gekrümmt, 

    • Weibliche Blüten einzeln stehend mit drei verkümmerten Staubbeuteln und einem unterständigen Fruchtknoten, beide mit fünfkantigen Stielen; 

  • Kelch glockig mit 5 linealischen Zipfeln, Krone glockig mit 5 ausgebreiteten Zipfeln; 

  • Frucht sehr verschiedenartig, je nach Rasse groß rundlich oder länglich, verschieden farbig; 

  • Samen olivgrün, flach, breit oder schmaleiförmig, berandet

  • Blütezeit: Juni bis August / Frucht-Ernte: Herbst

  • Historisches: In Europa ist der Kürbis wohl seit dem 16. Jahrhundert verbreitet und findet 1523 in dem Kräuterbuch von Leonhard Fuchs (Basel) erste arzneiliche Erwähnung.  (Madaus 1938)

  • Sorten: Der Garten-Kürbis ist die formenreichste Art der Gattung Kürbisse (Cucurbita). Der Gartenkürbis wird in verschiedenen Sorten gezogen, zu denen auch die vielfältigen „Zierkürbisse“ zählen.

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Wirksame Teile: Cucurbitae peponis semen (Kürbissamen)

Inhaltsstoffe: 35 bis 55% Öl im Samen (mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Vitamine, Selen und andere Spurenelemente, Carotinoide, seltene Aminosäuren (z.B. Cucurbitin)

Anwendung: 

  • In der Phytomedizin: Reizblase, Miktionsbeschwerden bei Prostataadenom (Prostatahypertrophie)

  • In der Homöopathie: Prostatahypertrophie, Erbrechen

Dosierung: Soweit nicht anders empfohlen, werden morgens und abends 1 bis 2 gehäufte Esslöffel voll (15 bis 30 g) Kürbissamen gemahlen oder zerkaut mit Flüssigkeit eingenommen. Um eine Wirkung zu erzielen, ist erfahrungsgemäß eine Anwendung über mehrere Wochen erforderlich.

 

In der Tierheilkunde

Kürbiskernkuchen enthält Phytosterole und ist aufgrund des Wirkstoffs bzw. mehrerer Wirkstoffkombinationen in Futtermitteln enthalten. Phytosterole sorgen für einen Ausgleich im Feuchtigkeitshaushalt der Haut, wirken juckreizlindernd und entzündungshemmend. Als Wirkungsmechanismus wird außerdem eine kompetitive Hemmung der Cholesterinaufnahme im Darm angenommen, d.h. durch die Anwesenheit von Phytosterinen wird die Aufnahme von Cholesterin reduziert.

 

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Sémina cucúrbitae. Kürbiskerne. Cucúrbita pepo. Cucurbitacéae.
Bei uns kultivirt. Die getrockneten Samen des Speisekürbis. Sie werden von der Samenschale befreit und zerhackt, hier und da als Bandwurmmittel gebraucht; 100–200 Stück für einen Erwachsenen, Kindern die Hälfte. Der eigentlich wirksame Bestandtheil ist nicht bekannt. 

 

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892, Blatt 10.339 ff

Kürbis (Flaschenapfel, Cucurbita L.), Gattung aus der Familie der Kukurbitaceen, einjährige oder durch eine dicke, rübenförmige Wurzel perennierende, steifhaarige bis rauhe Gewächse mit kriechendem oder kletterndem, saftigem Stengel, großen, gelappten, am Grund herzförmigen Blättern, meist verästelten Wickelranken, monözischen, großen, gelben, einzeln oder in Büscheln stehenden Blüten, meist sehr großen, sehr verschieden gestalteten, fleischigen, häufig berindeten, nicht aufspringenden Beerenfrüchten und zusammengedrückten Samen mit wulstigem Rande. Die zehn Arten sind im warmen Asien, Afrika und Amerika heimisch.
Der gemeine Kürbis (Pfebe, C. Pepo L.), einjährig, mit liegenden, an den Knoten wurzelnden, bis 10 m langen Stengeln, dottergelben, einzeln stehenden Blüten und kugeligen oder fast kugeligen Früchten, welche bis 100 kg schwer werden und weißes oder gelbes genießbares Fleisch besitzen, stammt aus Indien und wird in vielen Varietäten als Feld- und Gartenfrucht gebaut. Er gedeiht, wo der Mais gedeiht, und liefert bei gutem Anbau bis 1200 Ztr. vom Hektar. Die Frucht enthält 1,66 Proz. Zucker, 1,36 eiweißartige Körper, 6,31 Pektin, 1,5 Cellulose, 0,54 Asche, 88,55 Proz. Wasser, wird besonders in Südeuropa gegessen, auch als Zusatz zum Brot benutzt und auf Branntwein verarbeitet.
Die Samen sind ölreich und werden als zuverlässiges Bandwurmmittel gerühmt. Der Kürbis gedeiht am besten in mildem, humosem Lehm nach starker Düngung; man zieht junge Pflanzen in Töpfen im Mistbeet an, um sie später ins freie Land zu bringen, oder man säet Ende Mai und steckt die Körner 1,25-1,5 m voneinander in 50 cm tiefe und weite, mit Kompost und oben mit guter Erde gefüllte Löcher. Wenn man gießen kann, weicht man die Körner 12 Stunden in einem Auszug von Wermut oder Walnußblättern.
Haben die Pflanzen vier Nebenranken getrieben, so bricht man die Spitze der Hauptranke und nach dem Fruchtansatz auch die der Nebenranken ab. Jede Pflanze soll nur acht Früchte zur Reife bringen. Zum Verspeisen sind der große, silbergraue Kürbis, der melonengelbe, Astrachan, Marrow, Courge gaufré und der italienische Einmachekürbis zu empfehlen; zum Verzieren von Lauben, Wänden etc. dienen die Zierkürbisse, wie Angurien, Melonen-, Apfel-, Türkenbundkürbis etc. Die Samen des Kürbis bleiben 6-7 Jahre keimfähig.

  

Merck´s Warenlexikon, 1884, Seite 31.305

Kürbiskerne (semina curcubitae); die bekannten Samen des gewöhnlichen Kürbis, der Frucht von Curcubita Pepo; sie stehen in dem Rufe eines ausgezeichneten Bandwurmmittels und werden namentlich in Frankreich zu diesem Zwecke sehr viel gebraucht. Der Träger der wurmtreibenden Wirkung scheint ein fettes Öl zu sein, das darin zu 39% enthalten ist. Dieses Kürbiskernöl gehört zu den langsam trocknenden Ölen, es ist blaßgelb, ziemlich dickflüssig und erstarrt erst bei 15° C.

 

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

E-Monographie

Quellen

 

Galgant ] Gallkraut ] Gamander, echter ] Gänseblümchen ] Gänsefingerkraut ] Gänsekresse ] Garbenkraut ] Gartenbohne ] Gartenkerbel ] [ Gartenkürbis ] Gartenmohn ] Garten-Pfingstrose ] Gartenraute ] Gartensalbei ] Gartenthymian ] Gefleckter Aronstab ] Geisbaum ] Geißraute ] Gelber Enzian ] Gelbe Zeitlose ] Gelber Nachtschatten ] Gelbwurzel ] Gemeine Akelei ] Gemeine Alraune ] Gemeine Eberesche ] Gemeine Fichte ] Gemeine Heckenrose ] Gemeine Küchenschelle ] Gemeine Nachtkerze ] Gemeine Pestwurz ] Gemeine Rosskastanie ] Gemeine Tollkirsche ] Gemeine Wegwarte ] Gemeiner Aronstab ] Gemeiner Brauhopfen ] Gemeiner Dill ] Gemeiner Erdrauch ] Gemeiner Rosmarin ] Gewöhnliche Kratzdistel ] Gewöhnliche Vogelmiere ] Gewöhnliche Wegwarte ] Gewöhnlicher Braunwurz ] Gewöhnlicher Dost ] Gewöhnlicher Kümmel ] Gewöhnlicher Odermennig ] Gichtbeere ] Gichtkraut ] Gichtrose ] Gichtwurz ] Gilbkraut ] Ginkgo ] Ginseng ] Ginster ] Gnadenkraut ] Goldblume ] Goldmohn ] Goldrute ] Goldwurz ] Gottesgab ] Gottesgnadenkraut ] Graupen ] Griechisches Heu ] Grindelie ] Großblumige Königskerze ] Große Bibernelle ] Große Brennnessel ] Große Kapuzinerkresse ] Große Käsepappel ] Große Klette ] Große Pimpinelle ] Großer Wegerich ] Grummetblume ] Grüner Tee ] Gruserich ] Gundelrebe ] Gundermann ] Gurkenkraut ] Gurkenkraut II ]

 

Durchsuchen Sie unsere Website mit google



 

 

 

Kleines Fachlexikon

Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen und Verarbeitung


Home Kontakt Impressum Literatur Downloads

© TerraLuna - Kräuterland 2008 - 2011