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Schafgarbe
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auch: Achilleskraut,
Bertramsgarbe, Gachelkraut, Kachel, Schafrippe, Schafzunge, Tausendblatt, Zangeblume, Feldgarbenkraut, Garbenkraut, Katzenkraut,
Grundheil
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Familie:
Korbblütler
(Asteraceae)
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Yarrow (engl.)
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Lt:
Achillea
millefolium
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Kleine Pflanzenkunde
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Der lateinische Name „millefolium“ bedeutet tausendblättrig
und bezieht sich auf die feinen, stark gegliederten Blätter. Schafgarbe
wächst in ganz Europa auf Wiesen, an Weg- und Feldrändern, bevorzugt an
sonnigen Standorten. Die genügsame Pflanze ist ausdauernd und kann eine
Wuchshöhe von bis zu 80 Zentimetern erreichen. Der Stängel wächst
aufrecht aus der flach an das Erdreich anliegenden Blattrosette. Die Blätter
sind leicht behaart und zwei bis dreifach fiederteilig. Die zart weißen
bis schmutzig weißen Blütenköpfchen sind zu einer doldenartigen Rispe
vereinigt.
In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]:
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Blütezeit/Sammelzeit: Mai bis
Oktober |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Wirksame Teile:
Schafgarbenkraut (Millefolii herba), Schafgarbenblüten (Millefolli flos)
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Anwendung bei:
Appetitlosigkeit, Blähungen, Durchfall, Geschwüre, Gallenkoliken, Hämorrhoiden,
krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, Menstruationsbeschwerden, Verdauungsschwäche,
zur Wundheilung, Koliken, Leber-Galle-Leiden, Blasen- und Nierenerkrankungen,
Wunden, Entzündungen, Hämorrhoiden, Blutungen
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Eigenschaften: karminativ
(blähungstreibend), spasmolytisch (krampflösend), antibakteriell, adstringierend
(zusammenziehend), antiphlogistisch (entzündungshemmend)
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Inhaltsstoffe: ätherisches Öl
(Hauptbestandteile: Cineol, Sabinen, Campher), Flavonoide, Bitterstoffe
Interessant:
Nach Samuel Hahnemann (Begründer der Homöopathie) »Man sehe zu, ob die Schafgarbe (Achillea Millefolium) in großen
Gaben nicht selbst Blutflüsse zu erregen im Stande ist, da sie in gemäsigten Gaben gegen chronische Blutflüsse so hülfreich ist.«
(Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst, herausgegeben von C.W. Hufeland, 1796, 2.
Band) |
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Rezepturen
& Produkte
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Die
Anwendung erfolgt meist innerlich als Tee oder Frischpflanzenpresssaft und äußerlich
in heißen Umschlägen oder als Sitzbäder.
Für Sitzbäder:
Etwa 100 g Schafgarbenkraut auf 20 Liter Wasser ansetzen.
Teebereitung:
Zwei Teelöffel Schafgarbenkraut werden mit 150 ml heißem Wasser übergossen und nach etwa
10 Minuten durch ein Teesieb gegeben.
Handbuch der Drogisten-Praxis 1893:
Fólia millefólii. Schafgarbenblätter; Achilléa millefólium. Stengelblätter
sind sitzend, die untersten gestielt, fein, 2–3 fach gefiedert, graugrün;
Geruch, namentlich frisch, angenehm aromatisch, Geschmack bitter.
Bestandtheile: Aetherisches Oel (blau), Achillein (Bitterstoff).
Anwendung: Als Volksheilmittel gegen Schwindsucht, Lungenleiden etc. In gleicher Weise wie die Blätter werden auch die Blüthen als Flores millefolii benutzt. Die kleinen weissen Blüthen sind zu einer Trugdolde
angeordnet. Geruch aromatisch, Geschmack gleichfalls und bitter.
Bestandtheile. Wie bei den Blättern, nur mehr blaues, ätherisches Oel. |
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In der Tierheilkunde
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Schafgarbe
dient nicht nur als gute Heilpflanze für kränkliche Schafe, auch
bei Magen-Darmstörungen und Blähungen der Ziegen, Pferde und
Rinder bringt die Pflanze Heilung. Sollten die Tiere auf der Weide kein
ausreichendes Angebot an Schafgarbe vorfinden, kann die Pflanzen auch als
Tee oder Tinktur unter das Futter gemischt werden. Schafgarbenkraut wird
als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten. Bei Pferden, Eseln und Hunden hat sich eine Kräutermischung aus Salbei, Anis, Kamille, Malve, Huflattich, Spitzwegerich, Schafgarbe, Königskerze und Lungenkraut gegen Atemwegserkrankungen bewährt. Die Pflanzen können frisch bzw. als Absud dem Futter beigemischt werden. Das
frisch gequetschte Kraut hilft lästige Fliegen fern zu halten, wenn man
das Fell der Tiere damit einreibt. Das
Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie empfiehlt
Schafgarbe zur Linderung und Vermeidung der Folgeerscheinungen einer
Vergiftung, als Begleittherapie: Täglich 1 TL bis 1 EL der folgenden Kräutermischung unter
das Futter geben: Ackerschachtelhalm, Artischocke, Birkenblätter, Brennnessel, Fenchel, Gänseblümchen,
Holunderblüten, Klee, Lindenblüten, Löwenzahn, Schafgarbe und Spitzwegerich. Allgemeine Empfehlung |
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In alten
Büchern gestöbert
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 1. Band: Seite 86 |
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Achillea L. (Schafgarbe), Gattung aus der Familie der Kompositen, nach Achilleus genannt, weil auf dessen Rat Patroklos mit der Wurzel der Pflanze den verwundeten Eurypylos verband, perennierende Kräuter mit meist aufsteigendem Stengel, gesägten, eingeschnittenen oder 1-3fach fiederspaltigen Blättern und kleinen bis mittelgroßen Blütenköpfchen in Doldenrispen. Etwa 100 Arten in den gemäßigten Klimaten der nördlichen Halbkugel.
Achillea millefolium L. (gemeine Schafgarbe), in Europa, Nordasien und Nordamerika auf Triften,
Wiesen, Rainen und an Wegen, mit weichhaarigem oder auch fast kahlem Stengel, fast bis zur Mittelrippe doppelt-fiederspaltigen, weichhaarigen oder fast
kahlen Blättern. Blätter und Blüten waren früher offizinell. Die gewürzhaft riechenden und aromatisch-bitter schmeckenden Blätter und Blüten enthalten ein blaues ätherisches
Öl, einen Bitterstoff (Achilleïn) und Aconitsäure. Der frisch ausgepreßte Saft der Blätter dient häufig bei Frühlingskuren, auch benutzt man die jungen
Blätter als Gemüse und zu Kräutersuppen und säet die Pflanze mit Weißklee und Gräsern auf Weiden. |
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Weiterführende
Informationen
Kräuterbuch anno 1625
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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