Frauenwohl

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Melisse

auch: Frauenwohl, Zitronenmelisse, Citronelle, Herzkraut

Familie: Lippenblütler 

(Lamiaceae)

Lemon balm (engl.)

 

Lt: Melissa officinalis

Kleine Pflanzenkunde

Melisse

Die Pflanze wird in Gärten kultiviert und ist selten verwildert in Weinbergen und an Wegrändern in Süd- und Mitteleuropa anzutreffen. Die Herkunft der Melisse ist der Orient. Dort ist sie eine seit Jahrtausenden geschätzte Heil- und Gewürzpflanze. Die Melisse erreicht eine Größe von bis zu  90 Zentimetern. Die ausdauernde Pflanze hat einen fast kahlen und verzweigten Stängel. Die Blätter sind gegenständig angeordnet, kurzgestielt und eiförmig. Ähnlich wie bei der Taubnessel ist das Laub der Melisse an den Rändern grob gesägt. Zerreibt man es zwischen den Fingern, entströmt ein frischer zitronenartiger Duft. Die Pflanze blüht weiß in den Achseln der oberen Blätter. 

Blütezeit: Juni bis August
 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Melisse - Blüten

Heilend, fördernd und kräftigend für: Atemwege, Verdauungsorgane, Gelenke, Nerven, Ohren, Haut/Gewebe, Herz

Anwendung bei: Anregung des Stoffwechsels, Blähungen, nervöse Herzbeschwerden, Magenleiden, Migräne,  Menstruationsbeschwerden, Neuralgien, Unruhezustände, Schlafstörungen, Ohrenschmerzen, Zahnschmerzen (u.v.m)

Eigenschaften: krampflösend, schmerzstillend, bakterien- und pilzhemmend

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Labiatengerbstoffe, Polyphenole

Wirksame Teile: Melissenblätter (Melissae folium)

 

Rezepturen  &  Produkte

Melisse

Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee, äußerlich zu Bädern und als Salbe oder auch als Umschläge bei Nervenschmerzen oder steifem Nacken. Aber auch als Tinktur oder in der Kräuterküche wird Melisse eingesetzt.

Augenpflegeöl: Etwa 8 g Kakaobutter im heißen Wasserbad schmelzen, 8 g Lanolin, 50 g Distelöl hinzufügen und auf ca. 60°C erhitzen. Die Mischung aus dem Wasserbad nehmen und rühren, bis sie handwarm ist. Drei Tropfen Melissenöl dazugeben, nochmals rühren und das Öl in ein sauberes, verschließbares Fläschchen füllen. Tupfen Sie das Öl abends mit einem Wattebausch auf die zarte Hautregion um die Augen.

 

   

In der Tierheilkunde

  • Melisse findet in der Veterinärmedizin Anwendung als Salbe bzw. Bestandteil von Salben und Ölen zur Abwehr von Fliegen und Mücken sowie zur Juckreizlinderung.

  • Aufgrund antibakterieller, entzündungshemmender und pflegender Wirksamkeit wird Melisse in der Veterinärmedizin als äußerliche Anwendung in Form von Emulsionen, Salben und als Klauenbäder eingesetzt.

  • In der Veterinärmedizin nutzt man Melisse außerdem zur hautschonenden, hochwirksamen Desinfektion, zur Keimabtötung und Entzündungshemmung bei Hauterkrankungen und offenen Wunden als Emulsionen und Salben.

  • Melisseblätter werden zur lokalen Keimabtötung und Entzündungshemmung bei Endometritiden (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut) als Lösung oder Ölauszug eingesetzt. 

  • Eine Kräutermischung kann auch bei Tieren ihre kreislauffördernde und herstärkende Wirkung entfalten. Dafür empfiehlt sich eine Mischung aus Weißdornblüten, Melissenblättern, Herzgespannkraut und Fenchelfrüchten als Aufguss, die dem Futter beigemischt werden kann. Melissenkraut wird als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten.

  • Bei Magenbeschwerden kann ein Aufguss aus Melissenblättern, Kamillenblüten und Fenchelfrüchten, Angelika und Pestwurz dem Futter beigemischt werden.

  • Melisse wird von Imkern traditionell nahe des Bienenstocks gepflanzt, das soll zur Gesunderhaltung des Bienenvolkes beitragen.

  • Allgemeine Empfehlung

 

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hérba melissae. Melissenkraut.
Melíssa officinális (variátio M. citráta). Labiátae.
Südeuropa, bei uns kultivirt. 
Blätter unterseits fast kahl (die stark behaarte Varietät riecht schwächer), rundlich eiförmig, gestielt, an der Basis herzförmig, stumpf gesägt, runzelig, oberseits nur an den Nerven schwach behaart. Geruch angenehm citronenartig, Geschmack gleichfalls, etwas bitter. Bestandtheile. Aetherisches Oel; Gerbstoff. Anwendung. Hauptsächlich in der Volksmedizin.

 

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 350; Warenbeschreibung

Melissenkraut (herba Melissae). Die Melisse (Melissa officinalis, frz. mélisse oder citronnelle; engl. Balm-mint), wächst wild in den Gebirgen des mittlern und südlichen Europa. Die bei uns in Gärten und für Handelszwecke besonders in Thüringen auf Feldern gezogene sog. Zitronmelisse ist eine Spielart (var. citrata) derselben und zeichnet sich von jener außer einigen äußern Merkmalen durch einen stärkern zitronenähnlichen Geruch aus. Die Pflanze ist ausdauernd, durch Samen und Wurzelteilung zu vermehren, hat oberhalb dunkel-, unten hellgrüne, mit einzelnen steifen Haaren besetzte eirunde, langgestielte, gekerbte Blätter und weiße Lippenblüten. 
Das Kraut wird kurz vor der Blüte geschnitten, im Schatten rasch getrocknet und unter gutem Verschluß aufbewahrt. Es werden im Laufe des Sommers mehrere Schnitte erhalten. Man benutzt das Kraut im Häuslichen öfter zu einem wohlschmeckenden Thee, offizinell als aromatisches und nervenstärkendes Mittel. Die Pflanze hat einen geringen Gehalt eines den Geruch verursachenden ätherischen Öls (Melissenöl, oleum melissae), das bei schwacher Destillation des Krautes mit Wasser von diesem gelöst wird (Melissenwasser), während bei wiederholtem Destillieren über mehre Posten Kraut das Öl frei auf dem Wasser schwimmend erhalten wird. Dasselbe ist gelblich, dünnflüssig, sehr stark riechend. Seine Verwendung in der Parfümerie kann nur eine beschränkte sein, da das Kilo mit 168 Mk. notiert wird. Durch Destillation des Krautes nebst andern würzhaften Stoffen mit Weingeist wird ferner der Melissen- oder Karmelitergeist (s. d.) dargestellt, der sowohl als Parfüm wie zu medizinischem Gebrauch dient. 

 

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Fächerblattbaum ] Faulbaum ] Feldraute ] Fenchel ] Fesen ] Feigwurzel ] Felddistel ] Feldgarbenkraut ] Feldkümmel ] Feldkürbis ] Feldstiefmütterchen ] Feldthymian ] Feldwegwart ] Fichte ] Fieberbaum ] Fieberklee ] Fieberkraut ] Fiebermoos ] Fieberweide ] Fieberwurz ] Filigrazie ] Fingerkraut ] Flachs ] Flachsgras ] Flechtgras ] Fleckenkraut ] Flockenblume ] Flohsamen, indische ] Französische Artischocke ] Frauenbiss ] Frauendistel ] Frauenkraut ] Frauenmantel ] [ Frauenwohl ] Frauenwurzel ] Frühlings-Adonisröschen ] Fuchskreuzkraut ] Fuchswurzel ]

 

 

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