Fieberbaum

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Eukalyptus

auch: Fieberbaum, Fieberheilbaum, Blaugummibaum

Familie: Myrtengewächse

  (Myrtaceae)

 

 

Lt: Eucalyptus globulus

Kleine Pflanzenkunde

Eukalyptus

Weltweit wachsen ungefähr 600 Eukalyptusarten, in Gegenden deren Klima dem des Mittelmeerraumes entspricht. Die ursprüngliche Heimat dieses Baums ist Australien. Eukalyptus wird bis zu 60 Meter hoch. Die Korkporen (Lentizellen) der Rinde sind mit Balsamharz gefüllt. Die Blätter junger Bäume sind gegenständig sitzend und recht hell. Das Laub älterer Bäume ist wechselständig, hängend und glänzend. Der Baum blüht weiß bis creme und bildet blaugrüne, harte, kantige Kapseln aus. Darin sind zahlreiche, dunkle Samen enthalten. Eucalyptus globulus ist ein gutes Beispiel für Heterophyllie (auch Blattdimorphismus). Die Blätter junger Bäume unterscheiden sich morphologisch-anatomisch deutlich von den Folgeblättern älterer Pflanzen.

Blütezeit: April bis Mai, Sammelzeit: Juni bis September 

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Eukalyptus

Heilend, fördernd und kräftigend für: Blase, Galle, unreine Haut, Kopf, Leber, Magen, Nase und Nasennebenhöhlen, Nieren, Verdauungsorgane, Stärkung und Förderung der Verdauung, Zähne und Zahnfleisch

Anwendung bei: Asthma, Fieber, Grippe, Keuchhusten, Bronchitis, Appetitlosigkeit, Akne, Erkältungskrankheiten, Schnupfen, Gallenleiden, Kopfschmerzen, Lebererkrankungen, Entzündliche Erkrankungen im Magen-Darmbereich, Entzündliche Erkrankungen von Niere und Blase, Zahnfleischbluten, Rheuma, Nasennebenhöhlenentzündungen, 

Wirksame Teile: Eukalyptusblätter (Eucalypti folium), atherisches Öl (Eukalyptusöl - Eucalypti aetheroleum)

Eigenschaften: antiseptisch, entzündungshemmend, sekretolytisch (Die Bildung von dünnflüssigem Schleim wird stimuliert und die Schleimentfernung aus den oberen Luftwegen gefördert), sekretomotorisch (beschleunigt den Abtransport des Sekrets/Schleims), schwach krampflösend (spasmolytisch), expektorierend (auswurffördernd)

Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Euglobale

 

Rezepturen  &  Produkte

Eukalyptus

Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee oder ätherisches Öl (u.a. in Sirup), äußerlich zur Inhalationen, in Bädern und in Salben. 

Teeaufguss: 1 Teelöffel voll (ca. 1,8 bis 2 g) Eukalyptusblätter (getrocknet) oder die entsprechende Menge in Aufgussbeuteln mit siedendem Wasser (ca. 150 bis 200 ml) übergießen und nach etwa 10 bis 15 Minuten genießen (gegebenenfalls durch ein Teesieb geben).

Eukalyptusöl wird aus den frischen Blättern oder frischen Zweigspitzen durch Wasserdampfdestillation und anschließende Rektifikation gewonnen.

  

   

In der Tierheilkunde

  • Eucalyptusöl in der Veterinärmedizin zur lokalen Keimabtötung und Entzündungshemmung bei Endometritiden (Entzündung der Gebärmutterschleimhaut) als Lösung oder Ölauszug.

  • In der Veterinärmedizin zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung bei stumpfen Verletzungen, offenen Wunden, Hauterkrankungen und Eutererkrankungen als Aerosol, Emulsion oder Salbe. 

  • In der Veterinärmedizin bei Panaritium (Entzündung durch eine Infektion mit Staphylokokken und Streptokokken, seltener durch eine Infektion mit anderen Bakterien) als Aerosol, Emulsion oder Salbe.

  • In der Veterinärmedizin/in der Tierhaltung zur Beseitigung von Fehlern im Stallklima - z.B. zur Neutralisation von Ammoniak, Schwefelwasserstoff und weiteren Schadgasen sowie Bindung „Fällung“ von Staubpartikeln - somit auch zur Hustenlinderung als Bestandteil flüssiger Zubereitungen.

  • In der Naturheilkunde wird Pferden und Eseln mit Bronchitis und Husten das Heu in einem milden Aufguss aus Eukalyptus und Huflattich angefeuchtet (getaucht).

  • Eukalyptus gegen Ohrmilben und Entzündungen im Ohr bei Hund und Katze in einer Mischung aus Rotöl (Johanniskrautöl), Rosmarin und Eukalyptus 

  • Eukalyptus als äußerliche Anwendung (Emulsionen, Salben) in der Veterinärmedizin bei stumpfen Verletzungen zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.

  • Traditionell wird bei Katzen mit Bronchitis und Schnupfen ein milder Eukalyptusaufguss verabreicht.

  • Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 5. Band: Seite 897

Eucalyptus Hérit. (Schönmütze), Gattung aus der Familie der Myrtaceen, hohe, meist harzreiche und schöne Bäume in Australien mit ganzen, an jungen Pflanzen oft gegen-, später meist wechselständigen, etwas lederartigen, in der Regel blaugrünen, bleibenden Blättern, kurzgestielten Blüten mit federbuschartigen Staubfäden in Dolden oder kopfigen Blütenständen, zu einer federigen oder krautigen Mütze verwachsenen und gemeinsam abfallenden Blumenblättern und vielsamigen Kapseln. Die Rinde ist teils weich, teils hart und fest, bei manchen Arten auch faserig und löst sich zuweilen vom ganzen Stamm oder nur vom obern Teil desselben in Fetzen ab. Die etwa 100 Eucalyptus-Arten gehören zu den stattlichsten Waldbäumen Australiens und Tasmanias und erreichen zum Teil kolossale Größe. 
Eucalyptus globulus Labill. (blauer Gummibaum), in Australien und Tasmania, erreicht eine Höhe von 110 m und einen Stammumfang von 30 m, er besitzt bläulichgrüne, lanzettförmige Blätter und ist ungemein schnellwüchsig. Wegen der Schnellwüchsigkeit und der aromatischen Ausdünstungen seiner Blätter hat man angefangen, den Baum in sumpfigen Gegenden anzupflanzen, um eine Luftverbesserung herbeizuführen. Man findet ihn jetzt für diesen Zweck angepflanzt in Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Italien, Palästina, in dem Hochland Indiens, in Nord- und Südamerika, in Südafrika, auf Cuba, St. Helena, in Ägypten, Corsica, Algerien. Er soll auch in Südengland ausdauern und bis Görz gedeihen.
Überall hat sich bestätigt, daß er vermöge seines außerordentlichen Verdunstungsvermögens das Klima verbessert und Sumpffieber beseitigt. Die Blätter sind ungemein reich an ätherischem Öl (1,2 Lit. aus 36 kg), welches daraus leicht gewonnen werden kann. Das Holz ist sehr fest und hart und eignet sich unter anderm vorzüglich zu Schiffbauholz, Eisenbahnschwellen, Wasserbauten etc. Aus der Rinde wird Papier bereitet, auch werden Rinde und Blätter gegen Fieber benutzt, ebenso das ätherische Öl, welches stark desinfizierend wirkt und sich zur Behandlung von Wunden eignet. Es ist ferner empfohlen worden gegen Krankheiten der Atmungsorgane u. Geschlechtskrankheiten, und in Italien hat man einen mit demselben bereiteten Eukalyptuslikör als Präservativ gegen Wechselfieber benutzt. In der Technik dient es zur Firnisfabrikation. 

Das Öl ist farblos, riecht stark und angenehm aromatisch, rosenartig, brennt auf der Zunge und hinterläßt einen sehr bittern Nachgeschmack. Es hat das spez. Gew. 0,900–0,925, siedet bei 170–175°, löst sich leicht in Akohol [richtig: Alkohol], Äther, fetten und ätherischen Ölen und besteht im wesentlichen aus Cymol und einem bei 172–175° siedenden Kohlenwasserstoff (Eukalypten), enthält aber noch geringe Mengen eines leichter siedenden Kohlenwasserstoffs und eines sauerstoffhaltigen Körpers, der zum Cymol in naher Beziehung steht. Durch Destillation über Kali erhält man daraus Eukalyptol C12H20O , welches bei 175° siedet. 

 

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Quellen

 

Fächerblattbaum ] Faulbaum ] Feldraute ] Fenchel ] Fesen ] Feigwurzel ] Felddistel ] Feldgarbenkraut ] Feldkümmel ] Feldkürbis ] Feldstiefmütterchen ] Feldthymian ] Feldwegwart ] Fichte ] [ Fieberbaum ] Fieberklee ] Fieberkraut ] Fiebermoos ] Fieberweide ] Fieberwurz ] Filigrazie ] Fingerkraut ] Flachs ] Flachsgras ] Flechtgras ] Fleckenkraut ] Flockenblume ] Flohsamen, indische ] Französische Artischocke ] Frauenbiss ] Frauendistel ] Frauenkraut ] Frauenmantel ] Frauenwohl ] Frauenwurzel ] Frühlings-Adonisröschen ] Fuchskreuzkraut ] Fuchswurzel ]

 

 

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