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Echter Eibisch
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auch: Heilwurz,
Sammetappel, Ibischwurz
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Familie:
Malvengewächs
(Malvaceae) |
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Marsh Mallow (engl.)
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Kleine Pflanzenkunde
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Eine aus dem Mittelmeerraum stammende,
mehrjährige Staude mit einer Wuchshöhe von 1 bis 1,50 m. Der Eibisch ist
verwandt mit der Malve und blüht weiß-beige oder rosa. Im Wurzelstock enthält er besonders reizlindernde
Schleimstoffe. Der Stängel wächst aufrecht, ist dicht filzig
behaart. Die Blätter stehen wechselständig, sind kurzgestielt, dick, weißlich bis graugrün, seidig glänzend.
Die Frucht des Eibisch besteht aus 10 bis 18 einsamigen Teilfrüchten. |
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Blütezeit: Juli bis September,
Sammelzeit: Herbst (Wurzel),
Juli bis August (Blüten), Juni (Blätter)
In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]:
Althaea officinalis (Echter Eibisch) |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend,
fördernd und kräftigend für: Hals,
Lunge, Bronchien, Atmung, Magen, Sonnenbrand, Geweberegeneration
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Anwendung bei:
Bronchitis, Halsentzündung, Husten, Reizhusten, Durchfall, Magen- und Darmschleimhautentzündungen,
Sonnenbrand, Katarrhen der Atemwege, Diarrhoen, entzündlichen Geschwüren,
bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum, bei Insektenstichen
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Wirksame Teile:
Wurzel (Althaeae radix), auch Blüten und Blätter (Althaeae folium)
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Wirkung:
reizlindernd im Mund- und Rachenraum, blutzuckersteigernd (hypoglykämisch),
hustenhemmend (antitussiv), antifinflammatorisch, immunstimulierend, hypoglykämisch
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Die Anwendung erfolgt vor allem bei Entzündungen
der Haut und da vor allem bei Schleimhäuten. Heute wird der Eibisch unter anderem als wesentlicher Bestandteil von
hustenreizlindernden Rezepturen verwandt. |
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Rezepturen
& Produkte
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Ein kalter Aufguss aus
den getrockneten Wurzelstöcken lindert Reizhusten und Magenkrämpfe. Der
Aufguss ist auch zur äußerliche Anwendung geeignet, zum Beispiel bei Hautentzündungen.
Ein Tee aus Eibischblüten
wirkt besonders heilend bei Bronchitis. Die Blätter können zum
Befüllen eines Kräuterkissens verwendet werden, das zum Beispiel
auf Furunkel aufgelegt wird. Angequetschte, frische Blätter werden
auch bei Insektenstichen aufgelegt.
Tee aus Blättern: Ein Teelöffel voll (1 bis 2 g) Eibischblätter wird mit heißem
Wasser (ca.150 ml) übergossen und nach etwa 10 Minuten durch ein Teesieb gegeben. Der Teeaufguss kann auch durch Ansetzen mit
kaltem Wasser und etwa einstündiges Ziehen bei gelegentlichem Umrühren bereitet werden.
Soweit nicht anders verordnet, wird mehrmals täglich eine Tasse
frisch bereiteter Teeaufguss getrunken.
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Kaltauszug der Wurzel: Ein knapper Teelöffel voll (ca.
2 g) Eibischwurzel wird mit kaltem Wasser (ca. 150 ml) übergossen. Unter häufigem Umrühren
sollte der Auszug etwa ein bis zwei Stunden stehen. Dann wird der Auszug kurz zum Sieden
erhitzt und gleich wieder abgekühlt und dann gegebenenfalls durch ein Teesieb gegeben. |
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In der Tierheilkunde
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Eibisch
findet in der Veterinärmedizin Verwendung zur Linderung von Bronchopneumonie (morphologische Verlaufsform der Lungenentzündung) und zur Fiebersenkung als flüssige Zubereitung bzw. als Aerosol.
In der Veterinärmedizin/in der Tierhaltung wird Eibisch außerdem zur Beseitigung von Fehlern im Stallklima
eingesetzt - z.B. zur Neutralisation von Ammoniak, Schwefelwasserstoff und weiteren Schadgasen sowie Bindung „Fällung“
von Staubpartikeln - somit auch zur Hustenlinderung als Bestandteil flüssiger
Zubereitungen. Eibisch enthält wasserlösliche Schleimstoffe. Diese Schleimstoffe haben lokal
erweichende, reizmildernde und einhüllende Wirkung auf die Schleimhäute von Mensch und Tier. Eibischwurzel ist als Zusatzfuttermittel für Pferde
erhältlich. Eine Kräutermischung mit krampflösender und hustenreizstillender Wirkung kann bei Atemwegserkrankungen als Aufguss dem Futter beigemischt werden: Thymiankraut, Malvenblüten, Kamillenblüten, Huflattichblüten und Eibischwurzel. Allgemeine Empfehlung |
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In alten
Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
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Altheewurzeln, Eibischwurzeln.
Althaea officinális. Malvacéae. Küsten des Mittelmeeres. In Deutschland
kultivirt.
Der deutsche Name für diese Droge, Eibischwurzel, stammt von der früher gebräuchlichen Bezeichnung Rad. hibisci. Die bei uns im Handel vorkommende Droge wird ausschliesslich von der kultivirten Pflanze gewonnen, eine Kultur, die namentlich in Franken (Nürnberg, Schweinfurt etc.) im Grossen betrieben wird. Die dortige Produktion wird auf jährlich 2–300000 kg geschätzt. Die Wurzel wird theils im ersten Frühjahr, theils im Herbst gegraben. Zur Benutzung kommen nur die etwa fingerdicken Nebenwurzeln, welche geschält und bei mässiger Wärme rasch ausgetrocknet werden.
Sie bilden nun weisse, etwa fusslange, aussen wenig faserige, biegsame, innen dichte, weissmehlige Stücke von der Stärke eines Federkiels. Geruch schwach und fade; Geschmack süsslich schleimig. In neuerer Zeit kommt die Wurzel meistens in glatten, quadratisch geschnittenen Stücken in den Handel. Man erreicht das schöne Aussehen dadurch, dass die Wurzel im frischen Zustände geschnitten und dann erst getrocknet wird, da die getrocknete Wurzel beim Schneiden faserige, unscheinbare Waare liefert.
Man hat darauf zu achten, dass die Wurzel innen rein weiss, mehlig, nicht gelb oder holzig und vor Allem gut ausgetrocknet sei. Feuchte Waare schimmelt ungemein leicht und nimmt dann einen muffigen Geruch und Geschmack an. Da die Wurzel etwas hygroskopisch ist, bewahrt man sie am besten in Blechdosen auf. Grau und unscheinbar gewordene Waare soll vielfach mit Kalkmilch aufgefrischt werden. Eine solche Waare giebt den Kalk an salzsäurehaltiges Wasser ab. Er lässt sich in diesem nach dem Sättigen mit Ammon leicht durch Oxalsäure nachweisen.
Bestandtheile. Stärkemehl ca. 30 %, in kaltem Wasser löslicher Schleim 20–2 5%, Pectin, Eiweiss, Zucker, ca. 2%
Asparagin.
Anwendung. Als schleimiges, Husten linderndes Mittel ist die Wurzel ein Hauptbestandtheil des Brustthees und ähnlicher Mischungen.
Verwechselungen kommen bei der Art der Einsammlung kaum vor, doch soll auch Althaea narbonnensis mit angebaut werden. Letztere zeigt auf der Schnittfläche gelbe Ringe. |
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 1. Band: Seite 424 |
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Althaea
L. (Althee, Eibisch), Gattung aus der Familie der Malvaceen, ein- oder mehrjährige, zerstreut rauhhaarige bis samtartig filzige Kräuter mit handförmig gelappten oder geteilten Blättern, einzeln oder in Büscheln achselständigen, meist ansehnlichen Blüten, die bisweilen eine endständige Traube oder Doldentraube bilden. Etwa zwölf Arten in den gemäßigten Klimaten der Alten Welt. Althaea òfficinalis L. (gemeiner Eibisch, weiße Pappel, Staude mit starkem Rhizom, 1–1,25 m hohen Stengeln, gestielten, eiförmig spitzen, schwach drei- bis fünflappigen, ungleich kerbig gesägten, weichfilzigen Blättern und großen, fleischfarbigen Blüten, wächst auf feuchtem, am liebsten salzigem Boden in Süd-, auch in Mitteleuropa bis zur Ostsee, im gemäßigten West- und Nordasien, in Nordamerika
und Australien, wird besonders bei Nürnberg und Schweinfurt (Produktion ca. 200 metr. Ztr.), auch bei Jena, in Frankreich und Belgien wegen der als Radix Althaeae offiziellen Wurzel kultiviert.
Diese wird im Herbst von der zweijährigen Pflanze gesammelt und frisch geschält, ist weißgelblich, etwas biegsam, mit ebenem, nicht faserigem Bruch, riecht eigentümlich süßlich, schmeckt fade schleimig und enthält viel Asparagin, Schleim, Stärke, Zucker, Salze etc. Sie dient als Zusatz zu Brustthee, zur Bereitung von Altheesirup (ein wässeriger Auszug, mit Zucker zur Sirupskonsistenz gekocht), Lederzucker (Pasta gummosa), bei der Appretur etc. und wurde schon von den alten Griechen arzneilich benutzt. |
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Weiterführende
Informationen
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Kräuterbuch anno 1625
Quellen |
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Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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