Edelkastanie

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Edelkastanie

auch: Esskastanie, Mahonie, Marone, Maroni

Familie: Buchengewächse

  (Fagaceae)

Sweet chestnut (engl.)

 

Lt: Castanea vesca

Kleine Pflanzenkunde

Edelkastanie

 

Edelkastanie

Die Römer verbreiteten die Edelkastanie im ganzen Römischen Reich bis nach Britannien. Neben den Früchten (Kastanien) und Holz wurden auch der Honig und Rinde, Blätter und Blüten als Medizin verwendet. Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie in den Bergregionen Südeuropas das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung. Die Edelkastanie ist besonders wärmeliebend und sehr empfindlich gegen Spätfröste. Der beste Boden für die Edelkastanie ist frisch, locker und tiefgründig mit einem hohen Kalium- und Phosphor-Gehalt. Großflächige Pflanzungen der Edelkastanie gibt es u.a. in Frankreich, im Süden Englands und Irlands und in der Ungarischen Tiefebene. Die Edelkastanie wird etwa 20 bis 25 Meter hoch, maximal 35 Meter. Sehr alte Bäume können vier Meter Stammdurchmesser erreichen. Der Stamm ist gerade und kräftig, die Verzweigung beginnt meist in geringer Höhe, wobei wenige starke Äste gebildet werden. Die Krone ist weit ausladend und hat eine rundliche Form. In Mitteleuropa werden die Bäume kaum über 200 Jahre alt, in Westeuropa können sie bis 800 Jahre alt werden.

Blütezeit: Juni

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Edelkastanie

Heilend, fördernd und kräftigend für: Gelenke, Muskeln, bei Verspannungen

Anwendung bei: Atemwegskatarrh, Bronchitis, Durchfall, Husten, Keuchhusten, Rheuma, 

Inhaltstoffe (Früchte): Wasser, Stärke, Zucker, Proteine, Fett, Vitamine A, B1, B2, C; Kalium, Phosphor, Magnesium (u.a.) / Inhaltstoffe (Rinde): Gerbstoffe

Eigenschaften und Verwendung: Der hohe Kohlenhydratgehalt unterscheidet die Kastanien von den meisten anderen Nüssen, die vorwiegend Fette beinhalten. Der Proteinanteil ist frei von Prolamin und Glutenin, Kastanienmehl ist daher nur in Mischung mit anderem Mehl backfähig. Der Gehalt an für den Menschen essentiellen Aminosäuren ist hoch. Der Proteingehalt ist höher als in Kartoffeln, aber geringer als in Getreide. Kastanien sind glutenfrei, das Mehl kann daher von Zöliakie-Patienten als Getreide-Ersatz verwendet werden. Kastanien werden gekocht oder geröstet als Beilage verwendet oder als Salatzutat. (Wikipedia)

    

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 9. Band: Seite 596

Kastanienbaum (Castanea Mill.), Gattung aus der Familie der Kupuliferen, Bäume und Sträucher mit großen, abwechselnden, ganzrandigen oder gezahnten Blättern, verlängertem, ährenförmigem, männlichem Blütenstand, in welchem die Blüten in Knäueln stehen, und dichtblütigen, weiblichen Kätzchen. Die Fruchthülle ist mit stechenden Borsten besetzt und schließt zwei oder drei glatte, auf der einen Seite konvexe, auf der andern flache Früchte ein.
Echter Kastanienbaum (Kästenbaum, Maronenbaum, C. vulgaris Lam., C. sativa Mill., C. vesca Gärtn.), ein schöner, großer Baum, welcher ein bedeutendes Alter und kolossale Dimensionen erreicht (Kastanienbaum des Ätna: 60 m Umfang), hat 16–24 cm lange, länglich-lanzettliche, stachelspitzig gesägte, etwas lederartige, glänzende Blätter und große, kurz und plötzlich zugespitzte, braune, matt glänzende Früchte. Der Kastanienbaum stammt vielleicht aus dem mittlern Asien, bildet aber in ganz Südeuropa, selbst noch diesseit der Alpen,auch in Nordafrika waldartige Bestände. In Norddeutschland reifen die Früchte nur in günstigen Jahren, doch pflanzt man den Baum häufig auch nur des schönen Laubes halber und zwar in mehreren Varietäten.
Das Holz, mit sehr zahlreichen Markstrahlen, ist schön weiß oder hellbraun, sehr feinfaserig, höchst geschmeidig, weich und leicht und gilt als ungemein dauerhaft. In Frankreich und England dient es zum Land- und Schiffbau, auch als Tischler- und Drechslerholz und in Weingegenden zu Fässern; das Wurzelholz gibt sehr geschätzte Masern. Die Früchte (Kastanien, Maronen, vielleicht nach der Stadt Kastana in Thessalien benannt) sind süßlich, mehlig und kommen in großer Menge aus Italien  (Savoyen; Piemont), Frankreich (Vivarais, Forey, Dauphiné, Poitiers, Tours, Périgueux) und Tirol (Bozen,  Meran,  Roveredo) in den Handel.
Auch die Rheinpfalz (Bühl bei Rastatt), die Bergstraße, Nassau etc. liefern beträchtliche Mengen von geringerer Größe. Bei uns dienen sie, geröstet oder gekocht, mehr oder minder als Delikatesse, in Italien und Frankreich aber bilden sie ein Volksnahrungsmittel und geben treffliche Viehmast. Sie enthalten: 1,7 fettes Öl, 0,4 Zucker, 30 Stärke,  3,2 Eiweißkörper, 16 Cellulose, 1,47 mineralische Stoffe, 48,7 Wasser. Man muß sie trocken und vorsichtig aufbewahren, da sie leicht schimmeln und von Würmern angegangen werden, auch im Frühjahr leicht keimen. C. americana Raf., dem vorigen sehr ähnlich, mit etwas überhängenden Blättern, in den Vereinigten Staaten, und der strauchförmige C. pumila L. (Chincapin), in den mittlern und südlichen Staaten Nordamerikas, sowie C. argentea auf Java liefern ebenfalls eßbare Früchte. – Wilder Kastanienbaum, s. v. w. Roßkastanie (Aesculus Hippocastanum).

   

Weiterführende Informationen

Literaturempfehlungen

 

 

 

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