Echtes Tausendgüldenkraut

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Tausendgüldenkraut

auch: Fieberkraut, Roter Aurin, Magenkraut, Bitterkraut, Echtes Tausendgüldenkraut, Erdgallenkraut

Familie: Enziangewächse 

(Gentianaceae)

Centaury (engl.)

 

Lt: Centaurium erythraea

C. minus 

Kleine Pflanzenkunde

 

Tausendgüldenkraut

Das Tausendgüldenkraut wurde bereits in der Antike aufgrund seiner hervorragenden Heilkraft sehr geschätzt. Die ein- bis zweijährige Pflanze wächst in Waldlichtungen oder an Wegrändern in ganz Europa und erreicht Wuchshöhen von etwa 40 Zentimetern. Der Stängel der Pflanze ist vierkantig und erst im oberen Teil verzweigt. Die Blätter stehen grundständig und sind zu einer Rosette angeordnet. Das Tausengüldenkraut blüht zart rosa, in kurzgestielten Blüten, die als dichte Scheindolden angeordnet sind. 

Blütezeit/Sammelzeit: Juli bis September

In der Roten Liste der Pflanzenarten - nach Bundesartenschutzverordnung besonders geschützte Art(en) [Stand 2007]: Centaurium spp. (Tausendgüldenkräuter)

 

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Tausendgüldenkraut

Heilend, fördernd und kräftigend für: Verdauungsorgane

Anwendung bei: Appetitlosigkeit,  bei Magen-Darm-Beschwerden, Gallenleiden, Leberleiden, Fieber, Darmparasiten (Wurmbefall), Nierensteinen, äußerlich auch zur Wundbehandlung

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe (Gentiopikrosid, Swertiamarin), Flavonoide, Triterpene

Wirksame Teile: Tausendgüldenkraut (Centaurii herba) - während der Blüte gesammelt

Eigenschaften: magen- und gallensaftfördernd (sekretolytisch, choleretisch), antipyretisch, entzündungshemmend (antiphlogistisch)

  

Rezepturen & Produkte

Tausendgüldenkraut

Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee oder auch in handelsüblichen Magenbittern. Zur Appetitanregung oder bei Verdauungsbeschwerden kann zwei bis dreimal täglich, etwa 30 Minuten vor den Mahlzeiten ein frisch bereiteter Tee eingenommen werden:

Teeaufguss: Ein Teelöffel Tausendgüldenkraut wird mit 150 ml siedendem Wasser übergossen und nach etwa zehn Minuten durch ein Teesieb gegeben. 

  

   

In der Tierheilkunde

Das Tausendgüldenkraut entfaltet auch bei Tieren seine stoffwechselfördernden und appetitanregenden Eigenschaften. Die Pflanze ist nützlich auf Weiden und ein bereichernder Futterbestandteil in Heu und Grassilagen. Tausendgüldenkraut wird als Zusatzfuttermittel für Pferde angeboten. 
Susanne Fischer-Rizzi empfiehlt in ihrem Buch "Medizin der Erde" bei Fressunlust, Abmagerung und allgemeiner Schwäche der Tiere die Anwendung einer Mischung aus feingeschnittenen oder pulverisierten Kräutern: Tausendgüldenkraut (2 Mengenteile), Enzianwurzel (2 Mengenteile), Wermutkraut (1 Mengenteil) und Brennnesselkraut (1 Mengenteil) mit Bockshornkleesamen (1 Mengenteil). Je nach Tierart und Gewicht sollten 2 bis 4 EL dem Futter beigemischt werden.

In der traditionellen Tierheilkunde wird die Pflanze bei blutigem Harn - vor allem bei Rindern und Pferden - eingesetzt. Kränkelndem oder schwachem Geflügel taten die Bauern Tausendgüldenkraut ins Trinkwasser. 

Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Hérba centaúrei minóris. Tausendgüldenkraut.
Erythraéa centaúreum. Gentianéae. Deutschland.
Stengel 30–40 cm hoch, kahl, nur oben verästelt; Blätter kahl, ganzrandig; Blüthen in Trugdolden, klein, trichterförmig, rosenroth. Geruchlos, Geschmack sehr bitter.
Bestandtheile. Ein, dem Gentianin ähnlicher Bitterstoff, ferner das indifferente, krystallinische Erytrocentaurin.
Anwendung. Als magenstärkendes Mittel.
Verwechselung. Vielfach mit Erythraea pulchella, weit kleiner, von der Wurzel an verästelt. Soll übrigens die gleichen Bestandtheile enthalten.

  

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 5. Band: Seite 827

Erythraea (Tausendgüldenkraut), Gattung aus der Familie der Gentianaceen, ein- oder mehrjährige Kräuter mit gegenständigen, sitzenden oder stengelumfassenden Blättern, in endständigen, gabelästigen Trugdolden stehenden Blüten und länglichen, vielsamigen Kapseln.

Erythraea Centaurium Pers. (Biber-, Fieberkraut, roter Aurin), ein- und zweijährig, bis 40 cm hoch, mit länglich-eiförmigen, ganzrandigen, kahlen Blättern, reichblütigen Trugdoldentrauben und roten, selten weißen Blüten, auf sonnigen Triften und Ackerrainen in Süd- und Mitteleuropa bis 59° nördl. Br., in Nordpersien, Vorderasien, Nordafrika, ist als Herba Centaurii (Tausendgüldenkraut) offizinell. Es enthält eigentümlichen Bitterstoff und wird als bitteres magenstärkendes Mittel benutzt. Es scheint schon den Alten bekannt gewesen zu sein und wird auch im 13. Jahrh. erwähnt. 

  

   

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 574; Warenbeschreibung

Tausendgüldenkraut (Erythraea Centaurium) eine offizinelle ein-, auch zweijährige Pflanze aus der natürlichen Familie der Gentianeen, die fast durch ganz Europa auf Wiesen und Triften, an Rainen und im Gebüsch wild wächst. Sie wird 1½–4½ dcm hoch, hat einen vierkantigen, nach oben verästelten Stengel, gegenüberstehende länglichovale Blätter und sehr kleine, trichterförmige, dünnröhrige, fünfspaltige, rosenrote, seltener weiße Blüten, die eine flache Trugdolde bilden.
Das Kraut wird blühend ohne die stärkern Stengelteile gesammelt und bildet getrocknet die herba centaurii minoris der Apotheken und Droguenhandlungen. Das Kraut ist geruchlos, schmeckt aber intensiv und rein bitter. Es wird in Form von Abkochungen und Extrakten zu bittern Magenmitteln wie Enzianwurzel gebraucht; auch soll der bittere Stoff in beiden derselbe oder nur wenig verschieden sein. Außerdem verwendet man das Kraut zum Bittermachen von Likören.

  

   

Weiterführende Informationen

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Eberesche ] Eberraute ] Echinacea ] Echte Goldrute ] Echte Kamille ] Echte Küchenschelle ] Echte Nelkenwurz ] Echte Pfingstrose ] Echter Augentrost ] Echter Dost ] Echter Galgant ] Echter Kerbel ] Echter Koriander ] Echter Kümmel ] Echter Lavendel ] Echter Lein ] Echter Thymian ] Echter Ysop ] Echtes Herzgespann ] Echtes Löffelkraut ] Echtes Lungenkraut ] [ Echtes Tausendgüldenkraut ] Edelgamander ] Edelkastanie ] Edelwurz ] Edler Salbei ] Efeu ] Ehrenpreis, echter ] Eibisch ] Eiche ] Eisenhut ] Eisenkraut ] Eisenkraut II ] Elefantenohrbaum ] Engelwurz ] Enzian, gelber ] Ephedra ] Erbelkraut ] Erbse ] Erbseldorn ] Erdbeere, wilde ] Erdefeu ] Erdgallenkraut ] Erdrauch ] Erdrose ] Esche ] Eselsohr ] Essigdorn ] Esskastanie ] Eukalyptus ]

 

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