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Koriander (Coriandrum) ist eine
Pflanzengattung mit zwei Arten. Der Echte Koriander ist eine Gewürzpflanze
aus Westasien und als Kulturpflanze ist er mittlerweile weltweit zu finden.
Coriandrum tordylium kommt nur in Vorderasien vor, im Libanon, Syrien und der
Türkei. Coriandrum:
einjährige, verzweigte, kahle Kräuter mit mehrfach fiederteiligen Blättern und wenigstrahligen Dolden ohne oder mit armblätteriger Hülle, fadenförmigen Hüllchenblättern, weißen Blüten und kugeligen oder eiförmigen Früchten; zwei Arten. C. sativum L. (Gewürzkoriander, Wanzenkraut, Wanzendill), 30–60 cm hoch, hat gefiederte Wurzelblätter, doppelt gefiederte
Stängelblätter mit ungeteilten oder fiederspaltigen Blättchen und linealischen Zipfeln, drei- bis fünfstrahlige, flache Dolden ohne Hülle und weiße Blüten.
Die Frucht (Schwindelkörner) ist kugelförmig, braungelb, 2–3 mm dick, vom Griffel gekrönt und besteht aus zwei sehr genau miteinander verbundenen Teilfrüchtchen. Sie riechen und schmecken eigentümlich angenehm und mild aromatisch und haben einen schwachen, an Wanzen erinnernden Beigeruch (daher der Name, von koris, Wanze), welcher sich vor der Reife weit stärker, auch am Kraut, zeigt. Sie enthalten 0,7–1,1 Proz. farbloses ätherisches (spez. Gew. 0,871) und gegen 13 Proz. fettes Öl.
Der Koriander findet sich im ganzen gemäßigten Asien, von China bis Cypern, auch im Mittelmeergebiet bis Marokko, wird in Deutschland (besonders in Thüringen und Franken), England etc. angebaut und ist jetzt bereits bis Paraguay verbreitet.
Man benutzt die Samen
als Küchengewürz, zu Backwerk, Likören (in manchen Gegenden auch in Butter und Käse); auch waren sie früher offizinell und wurden besonders als Zusatz zu abführenden Mitteln benutzt. Überzuckert und bunt gefärbt, bilden sie eine Konditorware. Das frische Kraut soll betäubend wirken.
Im Altertum wurde der Koriander zum Teil zu den Giftpflanzen gerechnet, doch benutzten ihn schon die Hebräer und die Römer als Gewürz.
(Meyers 1888, Band 10: Seite 89)
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Koriander
(Semen Coriandri, fructus Coriandri); die würzhaften Früchte der in Südeuropa heimischen, in Deutschland, besonders in Thüringen und Franken in Gärten und Feldern kultivierten einjährigen Doldenpflanze Coriandrum sativum. Der Anbau geschieht öfter im Gemisch mit Möhren. Wegen des leichten Ausfallens der Früchte, gewöhnlich Samenkörner genannt,
muss die am Morgen geschnittene oder geraufte Pflanze schon am Nachmittag ausgeklopft werden.
Die Früchte sind rundlich, oben zugespitzt, von der Größe eines kleinen Pfefferkorns, der Länge nach gerieft, von sehr geringer Schwere und trocken von gelbbräunlicher Farbe. Vorherrschendes Dunkelgelb gilt für ein Zeichen der Güte. Frisch riechen die Samen unangenehm wanzenartig und betäubend, daher der Name Schwindelkörner; getrocknet riechen und schmecken sie angenehm aromatisch und haben eine erwärmende, Blähung treibende Wirkung, wie Anis, Kümmel und Ähnliches, und werden in dieser Richtung zuweilen medizinisch verwendet, außerdem zu Likören, als Gewürz an Speisen und Backwerk.
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