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Mistel
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auch:
Laubholz-Mistel, Bocksfutter, Drudenfuß, Hexenbesen, Hexennest, Immergrüne, Kluster, Leimmistel,
Mischgelt, Misple, Mistelsenker, Nistle, Vogelmistel, Wintergrün, Wispel
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Familie:
Mistelgewächse
(Loranthaceae) |
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Mistletoe (engl.)
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Kleine Pflanzenkunde
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Die Mistel ist eine von rund 1400 Pflanzengattungen, die auf
Bäumen schmarotzen und zumeist in den gemäßigten Zonen verbreitet sind.
Als Halbschmarotzer bildet die Pflanze Senker, die im lebenden Gewebe des Wirtsbaums
verwurzelt werden - wobei die eigentliche, parallel dem Ast verlaufende Längswurzel
immer in der Rinde bleibt und ihre Senker ins Holz schickt. Die bei uns vorkommende Art ist häufig auf Linden, Pappeln und Apfelbäumen anzutreffen, auf Nadelhölzern und nie auf Buchen.
Die Mistel ist ein ausdauernder, bis zu 50 Zentimeter hoher, immergrüner
Halbstrauch. Die Äste der Pflanze sind gegliedert und bilden so den kugeligen Busch.
Jedes Gabelglied endet in einer kurzen, meist blütentragenden Spitze. Die
Blätter stehen gegenständig und fühlen sich fleischig und ledrig an.
Die gelbgrünen Blüten sitzen in Scheindolden. Die Mistelfrucht wird erbsengroß,
ist weiß, mit klebrigem Fleisch. |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend,
fördernd und kräftigend für:
Bauchspeicheldrüse, Blutkreislauf / Durchblutung / Blutdruck, Gelenke,
Nase und Nasennebenhöhlen, Nervenstärkung, Vitalisierung / Steigerung der Leistungsfähigkeit / Anregung des Stoffwechsels |
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Anwendung bei:
Chronische Arthrosen, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Chronisches Rheuma,
Schwindelanfällen
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Eigenschaften:
tumorhemmend (zytostatisch), immunmodulierend
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Wirksame Teile:
Mistelkraut (Visci albi herba), Mistelstängel (Visci albi stipites), Mistelfrüchte
(Visci albi fructus) |
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Blütezeit:
Februar bis Mai
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Rezepturen
& Produkte
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Außer
als milder Tee ist eine Selbstmedikation nicht empfehlenswert.
Innerlich
als Tee/Kaltaufguss: 1 TL fein geschnittener Droge mit kaltem
Wasser übergießen und bei Raumtemperatur 10 bis 12 Stunden stehen
lassen, dann abseihen, täglich 1-2 Tassen trinken. |
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In der Tierheilkunde
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Die
Mistel (Viscum album) gilt für Pferde, Hunde, Katzen, Kaninchen,
Meerschweinchen und Vögel als unverträglich.
In der anthroposophischen Tierheilkunde werden Mistelpräparate
bei Tumorerkrankungen eingesetzt. |
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In alten
Büchern gestöbert
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage,
1885-1892; 16. Band: Seite 231 |
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Die Mistel wird durch Vögel,
besonders Drosseln, welche die Beeren fressen und die Samen im Kot auf andre Bäume absetzen, verbreitet. Die Mistel hat durch ihr
abweichendes Vorkommen und Aussehen früh einen besondern Ruf und Kultus erlangt. Ihre gegabelten, im Winter goldgrün berindeten Zweige
gaben das Vorbild der goldenen Zauberrute (virgula aurea s. divina), von welcher die Sage von der Wünschelrute (s. d.) abstammt.
Naturdeutungen und mythologische Beziehungen haben unzweifelhaft auch zu der außerordentlichen Verehrung Anlaß gegeben, in welcher
die Mistel bei den keltischen Stämmen stand. Ihre Priester, die Druiden, berichtet Plinius, kennen nichts Heiligeres als die Mistel und den
Baum, auf dem sie wächst, namentlich wenn es eine Wintereiche (Quercus robur) ist. Man findet die Mistel jedoch nur selten auf derselben;
sobald man sie aber gefunden hat, wird sie mit großer Feierlichkeit eingeholt, vorzugsweise am sechsten Tag nach dem Neumond, mit welchem
Tag die Kelten ihre Monate, Jahre und 30jährigen Perioden beginnen.
Schon Plinius erzählt uns, daß man die Mistel insbesondere gegen Fallsucht anwendete, und bis in die neuesten Zeiten hat sie für ein
Spezifikum gegen Epilepsie gegolten, ist aber jetzt völlig außer Gebrauch. Zahllose Abhandlungen und Dissertationen haben sich mit der
Frage beschäftigt, ob unter der Eichenmistel nicht vielmehr die Riemenblume (Loranthus europaeus) zu verstehen sei, da diese in Italien
noch heute auf Eichen häufig vorkommt und Visco quercini im Volk heißt. Die Alten bezeichneten Mistel und Riemenblume mit demselben Namen
(Ixia), unterschieden aber die immergrüne von der winterkahlen; als die Mistel der Druiden und Germanen kann nur die erstere gelten. |
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Kräuterbuch anno 1625
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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