Blutwurz

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Blutwurz

auch: Tormentill, Aufrechtes Fingerkraut

Familie: Rosengewächse (Rosaceae)

Tormentil (engl.)

 

Lt: Potentilla erecta

Kleine Pflanzenkunde

Blutwurz

Bereits seit dem Mittelalter wurde  Blutwurz bei Magen- und Darmerkrankungen sowie bei Endzündungen im Mund- und Rachenraum wirkungsvoll eingesetzt. Die Pflanze ist in lichten Laubwäldern, Mischwäldern, Nadelforsten, Heiden, auf trockenen Wiesen, in Flachmooren anzutreffen. Blutwurz wächst in Europa und im Mittelmeergebiet auf Böden, die wenigstens zeitweise feucht und kalkarm sind. Der Stängel wächst aufrecht bis niederliegend (Pflanzengröße: 10 bis 40 Zentimeter). Die Grundblätter sind lang und dünn gestielt, dreizählig und schnell verwelkend. Die gelben Blüten sind etwa einen Zentimeter breit. Der Wurzelstock ist kurz, dick, verholzt, unregelmäßig knollig, außen braun, im Bruch blutrot werdend und geruchlos (Vegetation: ausdauernd).

Blütezeit: Mai bis Oktober, Sammelzeit: Frühjahr

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Blutwurz

Heilend, fördernd und kräftigend für: Haut, Geweberegeneration, Wundheilung, Verdauungsorgane, Magen, Zähne und Zahnfleisch

Anwendung bei: Durchfall, Mundschleimhautentzündung, Rachenentzündung, Sonnenbrand, Zahnfleischentzündung, Hämorrhoiden; Verbrennungen, Magenbeschwerden

Wirksame Teile: Wurzel, Wurzelstock (Tormentillae rhizoma)

Eigenschaften: stark adstringierend; durchfallhemmend (antidiarrhoeisch)

Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Phenolcarbonsäuren

Rezepturen: Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee, äußerlich zu Mundspülungen, Mundpinselungen und Teilbädern.

  

   

In der Tierheilkunde

Die Naturheilkunde eignet sich insbesondere zur unterstützenden Therapie, um Schmerzen zu lindern oder den Gesamtzustand eines Tieres zu verbessern. Ein Großteil der Pflanzen, die in der Humanmedizin gebraucht werden, sind auch geeignet zur Behandlung von Tieren.

  • Blutwurz gegen Durchfallerkrankungen bei allen Tierarten. 

  • Blutwurz kann als Wurzelpulver, Tinktur oder Absud verabreicht werden.

  • Blutwurz-Salbe verwendet man bei Ekzemen, Flechten und Hautausschlägen der Tiere.

  • Auch die Tinktur oder der Absud sind für Wundkompressen und Umschläge geeignet.

  

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 15. Band: Seite 763

Blutwurz

Tormentilla L. (Tormentill), Gattung aus der Familie der Rosaceen, nur durch die Vierzahl der Teile der Blumenkrone und des Kelchs von Potentilla verschieden, kleine, ausdauernde Kräuter in Mitteleuropa, mit fiederigen Blättern und einzelnen Blüten in Zweiggabeln. Tormentilla erecta L. (Potentilla Tormentilla Schrank, Ruhr-, Blut- und Rotwurz), mit cylindrischem bis knolligem, knotigem, hinten wie abgebissenem, dunkel rotbraunem Rhizom, bis 30 cm langem, fast niederliegendem, oberwärts sparrig verzweigtem Stengel, meist dreizähligen Blättern, großen Nebenblättern, einzeln stehenden, langgestielten, gelben Blüten und kahlen, fast glatten Früchtchen, wächst besonders auf feuchtem Boden in Nord- und Mitteleuropa. Das Rhizom enthält Chinovasäure, Tormentillgerbsäure, Tormentillrot, ist als Rhizoma Tormentillae offizinell und gehört zu den kräftigsten einheimischen adstringierenden Mitteln.

 

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Rádices rect. Rhizóma tormentíllae.Heideckerwurzeln, Tormentill- oder Blutwurzeln.
Potentílla tormentílla. Rosacéae. Deutschland, auf Waldwiesen etc.
Wurzelstock höckerig, oft mehrköpfig, schwer und hart, fingerdick, 4–8 cm lang, mit zahlreichen vertieften Wurzelnarben. Aussen dunkelgraubraun, innen gelbbraun, allmälig rothbraun werdend. Geruchlos, von stark aromatischem und zusammenziehendem Geschmack.
Bestandtheile. Gerbsäure 15–30 %, Tormentillroth, Harz, Stärkemehl.
Anwendung. In vielen Gegenden ein beliebtes Mittel gegen Durchfall.

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Kräuterbuch anno 1625

Quellen

 

Bachkresse ] Bachminze ] Baldrian ] Balsambaum, peruanischer ] Bathengel ] Bardane ] Bärendill ] Bärenfenchel ] Bärenklau ] Bärenschweif ] Bärentraube ] Bärlapp ] Bärlauch ] Bartflechte ] Bärwurz ] Basilikum ] Bauernrose ] Bauernsenf ] Beifuß ] Beinwell ] Benediktendistel ] Benediktenkraut ] Benediktinerrose ] Berberitze ] Bergföhre ] Bergkümmel ] Bergliebstöckel ] Bergwohlverleih ] Bertramsgarbe ] Besenginster ] Bibernelle ] Bickbeere ] Bienenkraut ] Bierhopfen ] Birke ] Bisamklee ] Bitterdistel ] Bitterer Beifuß ] Bitterfenchel ] Bitterklee ] Bitterkraut ] Bitterkresse ] Bittersüß ] Bitterwurz ] Blasenkirsche ] Blasse Kegelblume ] Blaubeere ] Blaue Schlüsselblume ] Blaugummibaum ] Bleichblume ] Blumenkresse ] Blumennessel ] Blutauge ] Blutkraut ] Blutkraut II ] Blutlungenmoos ] Blutwurtz ] [ Blutwurz ] Boberelle ] Bockshornklee ] Bockskraut ] Bohne (Garten-) ] Boldo ] Borgelkraut ] Bornwurz ] Borretsch ] Brahmtee ] Brauner Senf ] Braunwurz ] Breitwegerich ] Brennnessel ] Brombeere ] Brunnenkresse ] Brustlattich ] Buschbohne ] Buschwindröschen ] Butterblume ] Butterblume II ] Butterblume III ]

 

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