Bitterfenchel

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Fenchel, wilder

auch: Wilder Fenchel, Langer Anis, Bitterfenchel

Familie:

Doldenblütler (Apiaceae)

Fennel (engl.)

 

Lt: Foeniculum vulgare

Kleine Pflanzenkunde

Wilder Fenchel

Hauptsächlich sind es die Früchte und das aus ihnen gewonnene Öl, welche den Fenchel als Gewürz- und Heilpflanze besonders interessant machen. Das ätherische Öl wirkt verdauungsfördernd und krampflösend. Der mit dem Anis, Dill und Kümmel verwandte Fenchel wird gerne in der Kinderheilkunde eingesetzt. Fenchel findet man an Felsheiden, Trockenhängen, im Ödland, Mittelmeergebiet. In Mitteleuropa wird die Pflanze kultiviert und wächst nur selten verwildert. Die ausdauernde (zweijährig) Pflanze erreicht eine Größe von bis zwei Metern. Der Stängel wächst aufrecht, ist fein gerillt, verzweigt, gestreift und glänzend. Fenchel blüht in Dolden, die bis zu 15 Zentimeter breit werden. Die Pflanze bildet einen kräftigen verholzten, dicken Wurzelstock. Achtung: Verwechslungsgefahr mit giftigen Doldengewächsen ist möglich.

Blütezeit: Juli bis September, Sammelzeit: September bis Oktober

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Wilder Fenchel

Heilend, fördernd und kräftigend für: Augen, Lunge / Bronchien / Atmung, Magen, Kopf,  Verdauungsorgane / Stärkung und Förderung der Verdauung

Anwendung bei: Bindehautentzündung, Blähungen, Bronchitis, Husten, Lidrandentzündungen, Magenschmerzen, Migräne, Völlegefühl, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Katarrhe der oberen Luftwege 

Wirksame Bestandteile: Samen, Fenchelfrüchte (Foeniculi fructus), Fenchelöl (Foeniculi aetheroleum)

Wirkung: reizlindernd, entzündungshemmend, verdauungsfördernd, krampflösend, auswurffördernd

 

Rezepturen & Produkte

Wilder Fenchel

Anwendung: innerlich als Tee oder ätherisches Öl 

Teeaufguss: Ein Teelöffel voll (ca. 2,5 g) kurz vor Gebrauch zerstoßener bitterer Fenchel oder die entsprechende Menge in Aufgussbeuteln wird mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergossen und nach etwa 10 bis 15 Minuten gegebenenfalls durch ein Teesieb gegeben. Wenn nicht anders empfohlen, wird zwei bis drei mal täglich eine Tasse getrunken. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann der Teeaufguss auch zum Verdünnen von Milch oder Breinahrung verwendet werden. Bei akuten Beschwerden, die länger als eine Woche andauern oder periodisch wiederkehren, wird die Rücksprache mit einem Arzt empfohlen.

 

In der Tierheilkunde

  • In der Veterinärmedizin zur Linderung von Bronchopneumonie (morphologische Verlaufsform der Lungenentzündung) und zur Fiebersenkung als flüssige Zubereitung bzw. als Aerosol.

  • In der Veterinärmedizin zur Entzündungshemmung und Fiebersenkung bei gastrointestinalen Störungen (Verschiedene Verdauungsbeschwerden) - insbesondere von Ferkeln und Kälbern.

  • In der Veterinärmedizin/in der Tierhaltung zur Beseitigung von Fehlern im Stallklima - z.B. zur Neutralisation von Ammoniak, Schwefelwasserstoff und weiteren Schadgasen sowie Bindung „Fällung“ von Staubpartikeln - somit auch zur Hustenlinderung als Bestandteil flüssiger Zubereitungen.

  • Eine Fasten- und Entschlackungskur bei übergewichtigen Tieren und für Tiere mit Haut- und Gelenkproblemen ist empfehlenswert. Eine Kräutermischung aus Brennnessel, Himbeer- und Brombeerblättern, Linden- und Holunderblüten, Hagebutten und Fenchelfrüchten kann dafür als Aufguss dem Futter beigemischt werden.

  • Fenchel als Bestandteil einer Kräutermischung zur Linderung und Vermeidung der Folgeerscheinungen einer Vergiftung: Täglich 1 Tl bis 1 EL der folgenden Kräutermischung unter das Futter geben: Ackerschachtelhalm, Artischocke, Birkenblätter, Brennnessel, Fenchel, Gänseblümchen, Holunderblüten, Klee, Lindenblüten, Löwenzahn, Schafgarbe und Spitzwegerich (Nach Empfehlung des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie).

  • Pferden und Eseln mit Verdauungsbeschwerden und Kolik wird eine Mischung aus Fenchel und Löwenzahn zugefüttert. Fenchelfrüchte sind als Zusatzfuttermittel für Pferde erhältlich.

  • Traditionell werden zur Anregung der Milchsekretion bei Hündinnen zu gleichen Teilen Anissamen und zerquetschte Fenchelsamen gemischt, überbrüht und davon TL-Portionen dem Futter beigemischt.

  • Tieren, die unter Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden leiden, wird Fenchel dem Futter zugemischt.

  • Allgemeine Empfehlung

 

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Fructus (Semen) foenículi. Fenchel.
Anéthum foenículum, (Foenículum officinále). Umbelliférae. Südeuropa, Deutschland kultivirt.
Spaltfrüchte 4–6 mm lang, 2–3 mm dick, graugrün, fast stielrund; jede Hälfte mit 5 Rippchen, zwischen diesen dunklere Oelstriemen. Geruch und Geschmack süss, aromatisch.
Bestandtheile. Aetherisches Oel 3–4 %; fettes Oel 10 %.
Anwendung. Vielfach gebraucht als lösendes und beruhigendes Mittel, namentlich bei Kindern, sowohl im Aufguss, wie im wässerigen Destillat. Ferner als Gewürz etc.
Der Fenchel wird in Deutschland (Sachsen, Thüringen, Württemberg etc.) im Grossen gebaut, auch in Mähren und Böhmen. Die besten, schön grünen Sorten kommen als Kammfenchel in den Handel. Der fast doppelt so grosse römische oder kroatische Fenchel stammt von Foeniculum dulce. Er ist feiner und kräftiger als der gewöhnliche Fenchel.

 

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Kräuterbuch anno 1625

Quellen

 

Bachkresse ] Bachminze ] Baldrian ] Balsambaum, peruanischer ] Bathengel ] Bardane ] Bärendill ] Bärenfenchel ] Bärenklau ] Bärenschweif ] Bärentraube ] Bärlapp ] Bärlauch ] Bartflechte ] Bärwurz ] Basilikum ] Bauernrose ] Bauernsenf ] Beifuß ] Beinwell ] Benediktendistel ] Benediktenkraut ] Benediktinerrose ] Berberitze ] Bergföhre ] Bergkümmel ] Bergliebstöckel ] Bergwohlverleih ] Bertramsgarbe ] Besenginster ] Bibernelle ] Bickbeere ] Bienenkraut ] Bierhopfen ] Birke ] Bisamklee ] Bitterdistel ] Bitterer Beifuß ] [ Bitterfenchel ] Bitterklee ] Bitterkraut ] Bitterkresse ] Bittersüß ] Bitterwurz ] Blasenkirsche ] Blasse Kegelblume ] Blaubeere ] Blaue Schlüsselblume ] Blaugummibaum ] Bleichblume ] Blumenkresse ] Blumennessel ] Blutauge ] Blutkraut ] Blutkraut II ] Blutlungenmoos ] Blutwurtz ] Blutwurz ] Boberelle ] Bockshornklee ] Bockskraut ] Bohne (Garten-) ] Boldo ] Borgelkraut ] Bornwurz ] Borretsch ] Brahmtee ] Brauner Senf ] Braunwurz ] Breitwegerich ] Brennnessel ] Brombeere ] Brunnenkresse ] Brustlattich ] Buschbohne ] Buschwindröschen ] Butterblume ] Butterblume II ] Butterblume III ]

 

 

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