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Liebstöckel
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auch: Maggikraut,
Badekraut,
Bergliebstöckel, Gichtwurz,
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Familie:
Doldenblütler
(Apiaceae, Umbelliferae) |
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Lovage
(engl.)
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Lt:
Levisticum officinale
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Kleine Pflanzenkunde
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Liebstöckel
kam wahrscheinlich aus dem Nahen oder Mittleren Osten über das Mittelmeergebiet
nach Europa. Liebstöckel ist eine winterharte,
mehrjährige, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von mehr als zwei Metern
erreicht. Die unteren Laubblätter sind lang gestielt. Die Blattspreite ist zwei bis
dreifach gefiedert. Die gestielten Fiederblättchen sind zwei- bis dreilappig mit wenigen Zähnen.
Der doppeldoldige Blütenstand enthält etwa zwölf bis 20 Döldchen. Die gelblichen bis hellgrünen
Blüten sind recht unscheinbar. Liebstöckel bildet braune Früchte, die zwischen
August und September abreifen.
Die Blätter des Liebstöckels erntet man frisch über den ganzen Sommer.
Im Herbst gräbt man Wurzeln aus. |
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Sammelzeit: Blätter im Frühjahr,
Wurzel in zeitigen Frühjahr oder Spätherbst, Samen im Spätsommer |
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Blütezeit: Juni bis August |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend,
fördernd und kräftigend für: Blase, Gelenke, Hals, Magen, Nieren, Förderung der
Wasserausscheidung, Anregung des Stoffwechsels |
Anwendung bei:
Appetitlosigkeit, Blasen- und Nierenleiden, Magenbeschwerden, Blähungen,
Rheuma und Gicht, Wasseransammlungen in Füßen und Beinen, Halsschmerzen,
Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Menstruationsbeschwerden,
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Eigenschaften:
wassertreibend, schleimlösend, verdauungsfördernd und -anregend, harntreibend,
krampflösend, schweißtreibend, stoffwechselanregend, wehenfördernd, stimulierend
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Wirksame Teile:
Wurzel (Levistici radix),
Blätter, Samen
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Inhaltsstoffe: Alkylphthalide,
ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe |
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Rezepturen
& Produkte
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Die
Blätter sind ein ideales Gewürzkraut
in Suppen, Soßen, für Gemüse, Kräuterquark und Braten. Ein Tee aus getrockneter
Wurzel ist heilend bei Nieren- und Blasenkrankheiten und regt die
Verdauung an - schmeckt jedoch recht aromatisch-würzig und ist daher
nicht jedermanns Sache. Auch Liebstöckelsamen und Blätter können
als Tee gebrüht oder auch zu einer Tinktur verarbeitet werden. Der
Tee (insbesondere aus der Wurzel) kann für Waschungen, Bäder oder
Umschläge bei Hautirritationen, Ekzemen, Wunden oder Rheuma
eingesetzt werden. Der Liebstöckel wird aufgrund seiner anregenden und stimulierenden
Wirkung auch als Aphrodisiakum verwendet.
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In
alten Büchern gestöbert
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Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893 |
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Rádices levístici oder ligústici oder laserpítii.
Liebstöckelwurzeln.
Levisticum officinále oder Ligústicum levísticum. Umbelliférae.
Südeuropa. Deutschland kultivirt. Perennirende Hauptwurzel, häufig vielköpfig, nach unten verästelt, die stärkeren gespalten. Hauptwurzel 5–10 cm lang,
3 bis 5 cm dick. Nebenäste bis zu 30 cm lang, tief längsrunzelig, gelbbraun, schwammig, zähe. Auf dem Querschnitt zeigt sich die Rindensubstanz
weisslich, das Mark gelb mit dunklen Balsamgängen. Die Wurzel ist dem Wurmfrass stark ausgesetzt. Geruch stark aromatisch, Geschmack ebenfalls, vorher süsslich.
Bestandtheile. Aetherisches Oel, Harz, Zucker, Stärke.
Anwendung. Innerlich in der Volksmedizin als harntreibendes Mittel, als Zusatz zu bitteren Schnäpsen.
Verwechselungen mit Rad. angelicae, von denen sie sich durch das nichtstrahlige Aussehen des Querschnittes unterscheiden. |
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Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 324;
Warenbeschreibung |
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Liebstöckelwurzel (radix levistici); die Wurzel einer ausdauernden Doldenpflanze, Ligusticum Levisticum Lin. oder Levist. officinale (frz.
l'ache des montagnes; engl. Shop hartwort), die in Süddeutschland, Italien, der Schweiz, Frankreich in Berggegenden wild wächst und bei
uns mit andern Arzneikräutern angebaut wird. Alle Teile der Pflanze haben einen eigentümlichen aromatischen Geruch und brennend scharfen
Geschmack, und es waren früher Kraut, Samen und Wurzeln offizinell, jetzt meistens nur noch die letztern.
Dieselben werden im Frühjahr von 2-4jährigen Pflanzen gegraben, sie bestehen aus einer dicken, spindelförmigen, öfter mehrköpfigen
Hauptwurzel, die sich gegen die Spitze in einige einfache Zweige teilt. Man spaltet die dicken Wurzelteile bei der Ernte der Länge nach
und hängt die Stücke an Fäden gereiht zum Trocknen auf. Die getrockneten Wurzeln haben eine weiche schwammige Textur mit festern Kern,
sind äußerlich gelbbraun, innerlich hellgelblich gefärbt; die dicke Rinde ist höckerig, querrunzlich und längsrissig und hat zahlreiche
orangegelbe Balsambehälter, die beim Drücken ihren aromatischen Inhalt austreten lassen. Sie enthalten außer Zucker ein balsamisches Harz
und ein ätherisches Öl als Träger des Geruchs und Geschmacks. Die Drogue diente früher zur Bereitung von Abkochungen jetzt hauptsächlich
zur Bereitung aromatischer Liköre. In Thüringen wird die Wurzel in großer Menge angebaut. |
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Kräuterbuch anno 1625
Charakteristik und Beschreibung (engl.)
Quellen |
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Kleines Fachlexikon
Kurzerläuterungen zu Eigenschaften, botanischen Begriffen, Inhaltsstoffen
und Verarbeitung
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