Beinwell

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Beinwell

auch: Arznei Beinwell, Beinwurz, Schwarzwurz, Wallwurz, Beinheil

Familie: Rauhblattgewächse 

(Boraginaceae)

Comfrey (engl.)

 

Lt: Symphytum officinale

Kleine Pflanzenkunde

Beinwell

Diese Heilpflanze zählt zu den besten Kräutern, die die Natur für uns bereit hält. Sie wächst auf nassen Wiesen, Feldrainen, in feuchten Gräben und entlang von Gewässern. Wir finden sie auch an Zäunen und auf Schutthalden, blühend den ganzen Sommer über. Die Blätter sind rau und enden spitz. Die mehrjährige Wurzel, außen dunkelbraun bis schwarz, innen weiß bis gelblich, ist daumendick und fühlt sich aufgeschnitten sehr schleimig und schmierig an. Die Wurzeln gräbt man im Frühjahr oder im Herbst. Beinwell enthält leberschädigende Alkaloide, die bei innerer Anwendung schädigend sein können. Die innerliche Anwendung ist bei empfindsamer Leber nicht empfehlenswert und sollte im allgemeinen vorsichtig dosiert erfolgen.

Blütezeit: Mai – September / Sammelzeit: Frühling oder Herbst

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Beinwell

Heilend, fördernd und kräftigend für: Augen, Durchblutung (Blutkreislauf, Blutdruck), Gelenke, unreine Haut, Hautirritationen, Pflege der Haut, Lunge, Bronchien, Atmung, Magen, Muskeln, Verspannung, Sonnenbrand, Geweberegeneration, Unterschenkel und Füße, Venen, Wundheilung

Anwendung bei: Bronchitis, Husten, Prellungen, Rheuma, Venenentzündung, schlecht heilende WundenHauterkrankungen (Dermatosen); Frakturen (Knochenbrüche), Verrenkungen (Luxationen); Verstauchungen (Distorsionen), Zerrungen

Wirkung: wundheilend, entzündungshemmend (antiphlogistisch), zusammenziehend (adstringierend)

Wirksame Bestandteile: Wurzel (Allantoin)

Anwendungsempfehlungen: Die Beinwell-Wurzel hilft nicht nur bei inneren Schäden, sonder auch bei Blutungen aller Art und sie ist zur Pflege empfindlicher und entzündeter Haut geeignet. Dafür tränken Sie ein Tuch im Beinwell-Sud und legen Sie das auf die schmerzenden Hautstellen. Gegen Sonnenbrand mischen Sie den Beinwell-Sud mit der gleichen Menge schwarzem Tee und betupfen damit die Haut. Beinwellblätter werden als Badezusatz für Vollbäder bei rheumatischen Leiden, Gicht, Knochenschmerzen, Durchblutungsstörungen und Bandscheibenschäden verwendet. Bei Durchblutungsstörungen in den Beinen, bei Krampfadern und zur Nachbehandlung von Knochenbrüchen werden Beinwell-Sitzbäder genommen.

 

Rezepturen & Produkte

Beinwell

Teebereitung: (mit Wurzeln) 2 TL kleingeschnittene Wurzeln werden in 1/4 Liter Wasser über Nacht kalt angesetzt, morgens leicht angewärmt und abgeseiht. Bei innerlicher Anwendung nur schluckweise trinken.

Breiauflagen: Getrocknete Wurzeln werden fein gemahlen, in einer Tasse mit sehr heißem Wasser und einigen Tropfen Speiseöl schnell zu einem Brei verrührt. Anschließend wird der Brei auf ein Leinentuch gestrichen und warm auf die kranke Stelle gelegt.

Fischblattauflagen: Die frischen Blätter werden gewaschen, mit einem Nudelholz auf einem Brett zerwalkt, auf die betroffenen Stellen gelegt und abgebunden. Oder Beinwellblätter werden heiß überbrüht und warm aufgelegt.

Badezusatz (für ein Vollbad): 1/2 kg frische oder getrocknete Beinwellblätter werden über Nacht in ca. 5 Liter Wasser kalt angesetzt. Am nächsten Tag wird alles bis zum Kochen erhitzt und die Flüssigkeit dem Badewasser beigefügt.

Badezusatz (für ein Sitzbad): Ca. 150 g bis 200 g frische oder getrocknete Beinwellblätter werden über Nacht in ca. 3 Liter Wasser kalt angesetzt. Am nächsten Tag wird alles zum Kochen gebracht und für ein Sitzbad bereitet.

Weitere Rezepte: Beinwelltinktur, Beinwellsalbe und Beinwellwein

  

   

In der Tierheilkunde

  • Beinwellsalbe hilft bei Wunden, Entzündungen, Verstauchungen und Euterentzündungen.

  • Als Futterzusatz eignen sich Beinwellblätter für (fast) alle "Pflanzenfesser"" - die Pflanze trägt zum allgemeinen Wohlbefinden der Tiere bei. Aufgrund des hohen Eiweißgehaltes, vieler Vitamine und Mineralstoffe ist Beinwell eine wertvolle Futterpflanze.

  • Beinwell gilt als unverträglich für Landschildkröten und verursacht bei diesen Tieren starke Verdauungsbeschwerden, oftmals auch Durchfall 

  • Ein Teelöffel Beinwellwurzelpulver und auch das Pulver aus den Blättern einmal wöchentlich unter das Futter von Hund und Katze gemischt, machen das Fell schön und glänzend. 

  • Frischblattauflagen oder Umschläge mit Beinwellblättern oder Absud entfalten eine schmerzlindernde Wirkung.

  • In der Volksheilkunde nutzt man Beinwell als Aufguss zur Blutstillung bei verletzten Tieren. Dazu wird 1 Handvoll der frischen Pflanze auf 1 Liter siedendes Wasser mit 25 g Gänseblümchen gegeben. 

  • Traditionell werden bei Pferden und Eseln mit rheumatischen Gelenkerkrankungen regelmäßig Kräuter der Heu- und Haferration untergemischt: Kresse, Brennnessel, Petersilie, Beinwell, Silberweiden- oder Wacholderrinde, Große Klette und etwas Rosmarin.

  • In der Naturheilkunde werden bei Pferden und Eseln mit verstauchten Gliedmaßen Beinwellumschläge bereitet. Entweder verwendet man Beinwell als Frischpflanzenauflage oder als starken Absud zum Bandagieren.

  • Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Rádices consólidae oder sýmphyti. Schwarzwurzeln, Beinwurzeln.
Symphytum officinale. Borraginéae. Deutschland, an Gräben und auf feuchten Wiesen.
Hauptwurzel vielfach mehrköpfig, 20 – 30 cm lang, oben ca. 2 cm dick; kommt meist gespalten in den Handel. -Aussen schwarzbraun, auf dem Bruch hornartig gelblich. Geruch schwach; Geschmack schleimig, süsslich. Die Wurzel löst sich beim Kochen zu fast ¾ Theilen auf.
Bestandtheile. Schleim, Zucker, Asparagin etc.
Anwendung. Als schleimiges, Husten linderndes Mittel, gleich der Altheewurzel. In der Volksmedizin wird sie in vielen Gegenden als Pulver mit Honig genommen; hierfür lässt sich ohne Bedenken Pulv. rad. althaeae substituiren.

  

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 15. Band: Seite 461

Symphytum L. (Schwarzwurzel, Beinwurzel, Beinwell), Gattung aus der Familie der Asperifoliaceen, ausdauernde, meist borstig behaarte Kräuter mit starken Wurzeln, abwechselnden, ganzen, manchmal am Stengel weit herablaufenden Blättern, daher geflügelten Stengeln, in Wickelähren gestellten, röhrenförmigen Blüten und glatten Nüßchen. Etwa 16 Arten in Europa, Nordafrika, Westasien. S. officinale L. (Schwarzwurz, Wallwurz), mit spindeliger, ästiger, außen schwarzer Wurzel, aufrechtem, 30–90 cm hohem, ästigem, steifhaarigem Stengel, runzeligen, rauhhaarigen, lang herablaufenden Blättern und gelblichweißen und violettroten Blüten, auf feuchten Wiesen, an Ufern der Flüsse im größten Teil von Europa, war früher offizinell. 

  

   

Weiterführende Informationen

E-Monographie

Charakteristik und Beschreibung (engl.)

Quellen

 

Bachkresse ] Bachminze ] Baldrian ] Balsambaum, peruanischer ] Bathengel ] Bardane ] Bärendill ] Bärenfenchel ] Bärenklau ] Bärenschweif ] Bärentraube ] Bärlapp ] Bärlauch ] Bartflechte ] Bärwurz ] Basilikum ] Bauernrose ] Bauernsenf ] Beifuß ] [ Beinwell ] Benediktendistel ] Benediktenkraut ] Benediktinerrose ] Berberitze ] Bergföhre ] Bergkümmel ] Bergliebstöckel ] Bergwohlverleih ] Bertramsgarbe ] Besenginster ] Bibernelle ] Bickbeere ] Bienenkraut ] Bierhopfen ] Birke ] Bisamklee ] Bitterdistel ] Bitterer Beifuß ] Bitterfenchel ] Bitterklee ] Bitterkraut ] Bitterkresse ] Bittersüß ] Bitterwurz ] Blasenkirsche ] Blasse Kegelblume ] Blaubeere ] Blaue Schlüsselblume ] Blaugummibaum ] Bleichblume ] Blumenkresse ] Blumennessel ] Blutauge ] Blutkraut ] Blutkraut II ] Blutlungenmoos ] Blutwurtz ] Blutwurz ] Boberelle ] Bockshornklee ] Bockskraut ] Bohne (Garten-) ] Boldo ] Borgelkraut ] Bornwurz ] Borretsch ] Brahmtee ] Brauner Senf ] Braunwurz ] Breitwegerich ] Brennnessel ] Brombeere ] Brunnenkresse ] Brustlattich ] Buschbohne ] Buschwindröschen ] Butterblume ] Butterblume II ] Butterblume III ]

 

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