Artischocke

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Artischocke

auch: Französische Artischocke, Grüne Artischocke, Kugelartischocke

Familie

Korbblütler

  (Asteraceae)

Artichoke (engl.)  

Lt: Cynara scolymus

Kleine Pflanzenkunde

 

 

Artischocke

Die Artischocke wurde bereits im 15. Jahrhundert  gezüchtet. Heute wird sie vorwiegend im Mittelmeerraum angebaut und sowohl in der Medizin als auch in der Nahrungsmittelproduktion verwendet.

Die Artischocke wird 1 m hoch, ist flaumhaarig, wenig verästelt, mit fiederspaltigen oder ungeteilten, mehr oder weniger dornigen, unterseits weißfilzigen, großen Blättern, von denen die grundständigen eine Rosette bilden, und eiförmigen, bis 13 cm dicken Blütenköpfchen. Man kultiviert mehrere Varietäten, zieht die Pflanze aus Samen oder Schößlingen, überwintert die einjährige Pflanze gut bedeckt im Land oder im Keller und erntet den fleischigen, sehr aromatischen Blütenboden, welcher nebst dem untern verdickten Teil der Hüllkelchschuppen genießbar ist, im zweiten Jahr, wenn die obersten Hüllkelchblätter gelb werden. (Meyers Lexikon 1888)

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

 

Artischocke

Heilend, fördernd und kräftigend für: Verdauungsorgane

Eigenschaften: gallensekretionsfördernd (choleretisch), cholesterinsenkend, harntreibend (diuretisch), triglyceridsenkend, antihepatotoxisch (Leber)

Wirksame Teile: Artischockenblätter (Cynarae folium)

Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Flavonoide, Hydroxyzimtsäuren (u.a. Chlorogensäurederivat, Caffeoylchinasäurederivate)

Anwendungsart: Innerlich als Frischpflanzenpresssaft

Anwendungsgebiete: Verschluss der Gallenwege, bei Gallensteinleiden, Blähungen, Verdauungsbeschwerden

  

Rezepturen & Produkte

Innerlich als Tee: 2 Teelöffel Artischockenblätter mit 1 Tasse kaltem Wasser übergießen, bis zum Sieden erhitzen, ziehen lassen. 2 bis 3 mal täglich 1 Tasse, kurmäßig über längere Zeit einnehmen.

  

   

In der Tierheilkunde

  • Traditionell wird ein milder Artischockenblätterabsud bei Leber- und Nierenerkrankungen des Hundes dem Futter beigemischt, um Linderung und Heilung zu verschaffen.

  • Bei Katzen mit Verdauungsstörung wird ein milder Artischockenaufguss angewendet.

  • Allgemeine Empfehlung

  

   

In alten Büchern gestöbert

Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 4. Band: China - Distanz, Seite 383

Cynara Vaill. (Artischocke), Gattung aus der Familie der Kompositen, distelartige, dornige Kräuter mit meist großen, ein- bis dreifach fiederspaltigen oder -teiligen Blättern, einzeln endständigen, sehr großen, distelartigen Blütenköpfen, deren Hüllkelchblätter an der Basis dick und fleischig, an der Spitze stachelspitzig sind und dachziegelförmig liegen. Die violetten Blüten sind sämtlich röhrenförmig und stehen auf einem fleischigen, mit Spreublättchen besetzten Boden.
Die Samen sind vierkantig zusammengedrückt und tragen federförmige Pappushaare. Sechs Arten in den Mittelmeerländern und auf den Kanaren. Cynara Cardunculus L., ein ausdauerndes, bis 2 m hohes, sperriges, spinnwebig behaartes Distelgewächs mit fiederspaltigen oder -teiligen Blättern, fiederspaltigen Abschnitten und lanzettlichen, stachelspitzigen Zipfeln, stammt aus Afrika und ist seit sehr langer Zeit in Kultur. Man suchte durch die Kultur Zucker, Schleim und Stärkemehl besonders auf den Blütenboden und den untern Teil der Schuppenblätter zu leiten und erhielt so die Artischocke unsrer Gärten (Cynara Scolymus L.), oder man lenkte jene Stoffe auf die Blattstiele und die Mittelrippe der Blätter und erhielt dadurch die Karde (Kardone, Cardy, Cynara Cardunculus L.).
Die Artischocke fordert ein mildes Klima und wird besonders in Südeuropa, Nordafrika, aber auch am Rhein und in Österreich kultiviert; sie gibt, als Gemüse oder Salat zubereitet, eine wohlschmeckende und gesunde Speise. Die Kardone oder spanische Artischocke ist der vorigen sehr ähnlich, doch höher im Stengel, mit an der Seite herablaufenden Blättern, deren Mittelrippe sehr stark ist, und kleinern Blütenköpfen. Man kultiviert sie ähnlich wie die echte Artischocke; sobald sie aber mannshoch geworden ist, werden die welken Blätter abgenommen, die grünen abgestutzt, und die ganze Pflanze erhält eine lose Umwickelung mit Stroh und eine möglichst hohe Behäufelung mit Erde, um sie zu bleichen; nur die Spitze der Pflanze bleibt frei. Man genießt von den Cardys die Herzblätter und alle markigen Stengel- und Blattstielteile in verschiedener Zubereitung. Die Artischocken waren schon bei den Alten eine beliebte Speise, und Galenus empfiehlt insbesondere, sie mit Koriander, Wein, Olivenöl und Garum zu bereiten.

 

   

   

Weiterführende Informationen

Quellen

 

Aalhorn ] Abrahamstrauch ] Absinth ] Achilleskraut ] Ackerkratzdistel ] Ackerkraut ] Ackermennig ] Ackerschachtelhalm ] Ackerschnalle ] Ackerveilchen ] Adonisröschen ] Afrikanische Teufelskralle ] Aglei ] Ahlbeere ] Akazie ] Akeley ] Alant ] Alexandriner Senna ] Allheilwurzel ] Aloe ] Alraune ] Andorn ] Anemone ] Angelika ] Anis ] Anthoskraut ] Antonirose ] Aprilblume ] Aquileja ] Arnika ] Aronstab ] [ Artischocke ] Arzneilungenkraut ] Asche ] Attich ] Aufrechtes Fingerkraut ] Augentrost ]

 

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