Angelika

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Angelika

auch: Brustwurz, Engelwurz, Giftwurz, Heiligenbitter, Zahnwurzel

Familie: Doldenblütengewächse 

(Apiaceae / Apioideae)

Angelica (engl.)  

Lt: Angelica archangelica

Kleine Pflanzenkunde

Angelika

Die aus dem Norden stammende Angelika ist eine zweijährige Heilpflanze. Sie war schon unseren Vorfahren sehr gut bekannt.  Das in den Wurzeln enthaltene würzige ätherische Öl machte Angelika in früheren Zeiten als angenehmes Küchenkraut beliebt. Die Angelika wird im zweiten Wuchsjahr mit ihren Blütendolden bis zu zwei Meter hoch. Es besteht oftmals Verwechslungsgefahr mit dem giftigen Wasserschierling. 

Sammelzeit: März bis Mai oder im Spätherbst wird der Wurzelstock ausgegraben

  

Heilwirkung & Einsatzbereiche

Angelika

Heilend, fördernd und kräftigend für: Anregung des Appetits, Kreislauf, Magen und Darm

Eigenschaften: antiseptisch, abwehrsteigernd, kraftspendend, schleimlösend, wassertreibend

Anwendung bei: Appetitlosigkeit, Blähungen, Gicht, Husten, Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszuständen, Leberschwäche, Rheuma, Schlaflosigkeit, Magen-Darm-Erkrankungen, Migräne, Wechseljahrsbeschwerden, Menstruationsbeschwerden

Wirksame Bestandteile: Angelikawurzel (Ätherisches Öl, Cumarine, Gerbstoffe, Saccharose, Bitterstoffe, u.a.)

Kommission-E (Phytotherapie), Bundesanzeiger 1990: Wirksamkeit nicht (ausreichend) belegt; Risiken vorhanden

  

Rezepturen & Produkte

Angelika

Von März bis Mai oder im Spätherbst wird der Wurzelstock ausgegraben, gereinigt, kleingeschnitten und an einem luftigen Ort getrocknet.

Angelikawurzel-Tee: Ca. 2 geh. TL kleingeschnittener Wurzeln werden mit 150 bis 200 ml heißem Wasser überbrüht. Man lässt den Tee etwa 10 Minuten ziehen, dann abseihen. Bei Bedarf können Sie 2 bis 3mal täglich 1 Tasse (bestenfalls vor den Mahlzeiten, ungesüßt) trinken.

Angelika findet auch als Tinktur Anwendung. Bei Bedarf nehmen Sie zwei bis drei mal täglich einen Teelöffel Tinktur in einer Tasse Tee zu sich.

 

   

In der Tierheilkunde

Bei Magenbeschwerden kann ein Aufguss aus Melissenblättern, Kamillenblüten und Fenchelfrüchten, Angelika und Hutpflanze dem Futter beigemischt werden.

Allgemeine Empfehlung

 

   

In alten Büchern gestöbert

Handbuch der Drogisten-Praxis Gustav Adolf Buchheister, Verlag von Julius Springer, Berlin, 3. Auflage, 1893

Rádices angélicae. Angelika oder Engelwurzeln. 
Archangélica officinális. Umbelliférae. Süd- und Mitteleuropa. Auch kultivirt.
Die Droge stammt jetzt fast immer von der kultivirten Pflanze ab; die Wurzeln dieser sind kräftiger und besser. Die Pflanze ist zweijährig und soll nur die zweijährige Wurzel verwandt werden. Sie besteht aus einem walzenförmigen Wurzelstock, ist unten meist abgestutzt und mit zahlreichen, ca. 20 cm langen Nebenwurzeln besetzt; letztere sind gewöhnlich in einen Zopf geflochten. Sie ist aussen bräunlich gelb, innen ziemlich schwammig, mehr hellgelb. Auf dem Durchschnitt bemerkt man in der Rinde zahlreiche dunklere Balsamgänge. Der Kern ist radial gestreift. Geruch kräftig, angenehm aromatisch; Geschmack süsslich, dann scharf und bitter.
Bestandtheile. Aetherisches Oel 1%. Zucker, Harz, Angelikasäure etc.
Anwendung. Seltener in der Medizin. (Spiritus angelicae compositus) häufig in der Likörfabrikation. Wesentlicher Bestandtheil vom Chartreuse etc.
Verwechselungen. Wurzeln von Angelica silvestris, bedeutend kleiner, mehr grau, fast ohne Balsamgänge und von widerlichem Geruch, auch mit Rad. levistici; diese sind heller, das Holz nicht strahlig.

  

Merck`s Warenlexikon, 1884; Autorenkollektiv, Verlag von G. A. Gloeckner, Leipzig, Dritte Auflage, 1884; Seite 17

Angelikawurzel (Engelwurzel, Theriakwurzel, Brustwurzel, lat. radix Angelicae; franz. racine d'archangélique; engl. Officinal Longwort); die getrocknete Wurzel der in den Bergwäldern Mitteleuropas wildwachsenden, aber auch vielfach kultivierten Doldenpflanze: Archangelica officinalis. Die A. besteht aus einem mit zahlreichen dicken und langen Fasern umgebenen Wurzelkopf von brauner Farbe und stark aromatischem Geruch und Geschmack; die Wurzelfasern werden gewöhnlich zu einem zopfähnlichen Bündel zusammengedreht; auf dem Querschnitt erkennt man in der weißlichen Rinde zahlreiche, mit einem rötlichgelben Balsam gefüllte kleine Behälter. Die Wurzel von kultivierten Pflanzen wird vorgezogen, man sammelt sie im Frühjahr oder im Herbste. Als beste Sorte gilt die sächsische A. aus der Gegend von Bockau bei Schwarzenberg; die jährliche Produktion soll sich dort auf 50000 kg belaufen. Auch in Thüringen und am Harz wird viel A. angebaut, so namentlich in der Gegend von Cölleda, Jena, Gebsen, Quedlinburg, Gernrode u. s. w. Verwechslungen mit den Wurzeln der Angelica silvestris kommen wohl kaum noch vor, da man fast ausschließlich nur kultivierte Ware kauft. Der Geruch jener Wurzel ist von dem der echten ganz verschieden und die Farbe ist mehr grau als braun. Die A. wird teils in Apotheken, teils zur Fabrikation von Likören und Angelikaöl verbraucht. Außer dem ätherischen Öle enthält die A. noch eine besondere Säure, die Angelikasäure, und einen kristallisierbaren Stoff, das Angelicin, als charakteristische Bestandteile. 

 

   

Weiterführende Informationen

Kräuterbuch anno 1625

Quellen

 

Aalhorn ] Abrahamstrauch ] Absinth ] Achilleskraut ] Ackerkratzdistel ] Ackerkraut ] Ackermennig ] Ackerschachtelhalm ] Ackerschnalle ] Ackerveilchen ] Adonisröschen ] Afrikanische Teufelskralle ] Aglei ] Ahlbeere ] Akazie ] Akeley ] Alant ] Alexandriner Senna ] Allheilwurzel ] Aloe ] Alraune ] Andorn ] Anemone ] [ Angelika ] Anis ] Anthoskraut ] Antonirose ] Aprilblume ] Aquileja ] Arnika ] Aronstab ] Artischocke ] Arzneilungenkraut ] Asche ] Attich ] Aufrechtes Fingerkraut ] Augentrost ]

 

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