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Aloe
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auch: Curaçao-Aloe,
Kap-Aloe |
Familie:
Affodillgewächse
(Asphodelaceae)
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Lt:
Aloe ferox,
Aloe barbadensis,
Aloe
capensis
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Kleine Pflanzenkunde
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In Mitteleuropa ist die
Pflanze nicht heimisch. Sie wächst vorwiegend in Wüstengebieten. Die
Anzucht der Pflanze im Gewächshaus bzw. an einem hellen Ort im Haus ist
durchaus möglich. Es gibt mehr als 500 Aloe-Arten, die einen sandigen,
trockenen Standort bevorzugen. Die Pflanze wächst sehr ausdauernd als
eine Rosette direkt über dem Boden.
Geschichtliches: Die offizinelle Droge Aloë,
wurde schon zwei bis drei Jahrtausende v. Chr. im nördlichen Afrika (Somaligebiet, Sokotra) als Heilmittel verwendet. Auch die klassische Antike und Indien kannten die abführende und stärkende Wirkung der Aloë.
Den berühmten arabischen Ärzten des Mittelalters war die Droge auch bekannt, ebenso war sie in England wohl schon im 10. Jahrhundert in Gebrauch, da sie zu den Heilmitteln gehört haben soll, die der Patriarch von Jerusalem Alfred dem Großen empfahl. In Deutschland wurde der Suocus Aloes inspissatus im 12. Jahrhundert durch Albertus Magnus eingeführt.
(Madaus 1938) |
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Heilwirkung & Einsatzbereiche
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Heilend,
fördernd und kräftigend für: Geweberegeneration,
Vitalisierung, Wundheilung
Wirksame Bestandteile:
Pflanzensaft/Pflanzengel der Blätter (Wasser, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine, Enzyme,
Glykoproteine, Anthrachinonderivate, Anthrazenderivate, u.a.)
Wirkung: u.a. kühlend,
teilweise abführend (Blattbestandteile)
Anwendung: innerlich
und äußerlich - alle folgenden Angaben nach Madaus 1938:
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Bei entzündeten, eitrigen Augen, bei Konjunktivitis und bei alten Wunden und Geschwüren wird Aloë auch äußerlich verwendet. Weiter gehören Leber- und Gallenstörungen
(Leberanschoppungen nach Dysenterie, Ikterus) in den Indikationsbereich.
(Madaus 1938)
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Die hl. Hildegard (Der Äbtissin Hildegard Causae et
Curae, S. 200.) ließ Zugpflaster von Aloë zum Aufbrechen von Abszessen und Herausziehen des Eiters anwenden.
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Nach Lonicerus (Lonicerus,
Kreuterbuch, 1564, S. 156.) treibt Aloë "böse Phlegma, Choleram und
Melancholei" aus, wirkt magenreinigend, leber- und milzöffnend, expektorierend, emmenagog und ist auch bei Hämoptoe, Ikterus, Hydrops und Würmern anzuwenden; äußerlichen Gebrauch läßt er von Aloë bei Kopfschmerz, Mundgeschwür, namentlich aber bei Wunden machen, die nach dem Einstreuen des Pulvers "von Stund" geheilt würden, ebenso bei alten fressenden Geschwüren, Erosionen an den Genitalien, blutenden Hämorrhoiden, faulem Fleisch, zusammen mit Fenchelsaft bei Tränenfluß und Sehschwäche.
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Matthiolus (Matthiolus, New-Kreuterbuch, 1626, S. 231.) berichtet, daß Aloë "den Bauch entlöse und ihn zum Stuhlgang fertigmache", warnt aber "dürre Melancholische Leute / sonderlich so gar alt seyn", vor Aloëgebrauch ohne ärztliche Verordnung. Bei durch Aloë geheilten Wunden soll fast keine Narbe zurückbleiben. Als weitere Indikationen für äußere Anwendung gibt Matthiolus Haarausfall, Fisteln, Blutmäler und blaue Flecken an.
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Hecker (Hecker, Pract. Arzneimittell., 1814, Bd. 1, S. 595.) bezeichnet sie als sehr starkes tonisches, erhitzendes Mittel, das auf die Eingeweide des Unterleibes, namentlich aber auf den unteren Teil des Darmkanals, wirke, deren Funktion verstärke und bei chronischen Asthenien des Unterleibes (Verdauungsstörungen, Blähungen, Würmern, Wassersucht, Gelbsucht, chronischen Gichtbeschwerden, hartnäckigen Hautbeschwerden, schlechter Gallenabsonderung, Melancholie, Hypochondrie), als menstruationsanregendes Mittel, bei Rachitis, bei Hämorrhoiden und zur Förderung der Dickdarmentleerung verordnet wird. Als eigentliches Purgans rät Hecker ihre Anwendung nicht, weil man dann stärkere Dosen geben müsse, die leicht Schmerzen verursachten. Als Augenwasser hat sich ihm Aloë bei asthenischen Augenentzündungen bewährt.
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Klin. hom. Arzneimittell., S. 102; Hughes-Donner, Einf. i. d. hom. Arzneimittell., S. 65; Schmidt, Lehrb. d. hom. Arzneimittell., S. 25.) wird sie hauptsächlich zur Behandlung von entzündlichen Hämorrhoiden, Diarrhöen mit heftigem Stuhldrang, Dickdarmstenose, Kolitis mucosa und den Folgen von Dysenterie mit Leberanschoppungen, Gallenstörungen und Flatulenz gebraucht.
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In der Tierheilkunde
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Vögel und Kleintiere reagieren
empfindlich auch auf Aloe
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Aloe
in der Zecken- und Flohprophylaxe - Aloe-Spray hält vor allem Zecken fern
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Für Hunde und
Katzen innerlich: stärkt das Immunsystem durch den hohen Gehalt wertvoller Nähr- und
Mineralstoffe, wirkt regulierend auf die Verdauung, unterstützt die Bekämpfung von
Parasiten; im Trinkwasser der Tiere sollte man das Aloe-Gel aufgrund seines bitteren
Geschmacks nicht verwenden
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Für Hunde und
Katzen äußerlich: zur Wundbehandlung, bei entzündlichen Schwellungen
(Aloe Vera Gel)
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Nach
Angaben des Instituts für Veterinärpharmakologie und -toxikologie: Aloe Vera
zur Linderung und Vermeidung der Folgeerscheinungen einer Vergiftung, z.B. Haarausfall,
Juckreiz, Hautirritationen, Magen-Darm-Erkrankungen als Begleittherapie: 1 TL Fruchtmus der Heckenrose und 2 EL Aloe Vera Gel pro
Tag dem Futter beimischen.
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In alten
Büchern gestöbert
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 1. Band: Seite 391 |
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Aloë
Tourn., Gattung aus der Familie der Liliaceen, teils kleine Kräuter mit kaum über den Boden vortretender Achse und grundständiger Blattrosette, teils strauch- oder baumartige Gewächse mit bis 20 m hohem, einfachem oder ein- oder mehrmals gabelig verzweigtem Stamme mit endständigen Blattrosetten. Die dicht gedrängt zweizeilig, meist aber spiralig stehenden Blätter sind stets dickfleischig,
lineal-lanzettlich, glatt, gerunzelt, warzig oder stachlig rauh, oft an den Rändern stachlig gezahnt, bisweilen gefleckt oder gebändert.
Sie treiben einen oft meterlangen, einfachen oder verzweigten Blütenschaft, an welchem die schön gefärbten, röhrenförmigen Blüten in Ähren oder Trauben oder in aus solchen zusammengesetzten Rispen stehen. Die dreifächerige Kapsel enthält zahlreiche scharfrandige, selbst geflügelte Samen. Das Markgewebe der Blätter ist erfüllt mit farb- und geruchlosem Schleim, die Gefäßbündel sind aber von besondern Schläuchen begleitet, und in diesen findet sich ein gelber, bitterer Saft, welcher getrocknet die Aloe des Handels liefert. Von den 200 Arten in wärmern Klimaten der östlichen Erdhälfte finden sich 170 am Kap. Vielfach werden auch die Untergattungen Aprica, Haworthia und Gasteria als selbständige Gattungen behandelt, und dann bleiben für die Gattung Aloë nur etwa 86 Arten übrig, von denen einige, wie Aloë vulgaris Dec. und Aloë arborescens Haw., in Südeuropa verwildert sind. Man kultiviert viele Arten als Zierpflanzen.
Aloë vulgaris Lam. mit meist nur 60 cm hohem Stamm, blaßgrünen, weißlich bereiften Blättern mit weißen, braunspitzigen Randstacheln, bis 1 m hohem Schaft mit reichblütiger Traube und gelben, grünlichgelb gestreiften Blüten, ist in Nordostafrika heimisch, ward von hier nach Ost- und Westindien, Südamerika und Südeuropa verpflanzt und ist vielfach kultiviert und verwildert. Sie ist bei uns namentlich auf dem Land beliebt, wo ihre hellgrünen Blätter bei
Verwundungen und Entzündung als Umschläge benutzt werden.
Aloë socotrina Lam. mit 1–1,75 m hohem, meist einmal gabelästigem Stamm, bläulich grünen, unterseits weiß gefleckten Blättern mit weißen Stachelzähnen, reichblütiger Traube und purpurroten, an der Spitze grünlichen Blüten, wächst im Küstengebiet Ostafrikas und am Kap, nicht auf der Insel Sokotora, wo vielmehr Aloë Perryi Baker vorkommt. Aloë ferox Mill. oft 6 m hoch, mit schwarzpurpurnen Stacheln an den Blättern, verzweigtem Blütenschaft und blaßroten, grünlich gestreiften Blüten, am Kap. Aloë lingua Mill., stammlos, mit zweizeiligen, zungenförmigen, glatten Blättern und grünen, am Grund roten Blüten, am Kap. Diese und andre Arten liefern ebenfalls Aloe und werden als Zierpflanzen kultiviert. Die Aloeblätter enthalten zwar Gespinstfasern, welche an der Westküste Afrikas zu Stricken und Netzen, auf Jamaica zu Webereien benutzt werden; der Aloehanf (s. d.) des Handels stammt aber nicht von Aloearten ab.
Aloe, der eingetrocknete bittere Saft, welcher sich in besondern Gefäßen der fleischigen Blätter der Aloearten
findet. Man benutzt zur Gewinnung dieses Safts mehrere Aloearten und verfährt in der einfachsten Weise, indem man die großen, fleischigen Blätter abschneidet, übereinander schichtet und den freiwillig austretenden bittern Saft eindampft, bis die Masse beim Erkalten erstarrt. Je nach der im einzelnen abweichenden Gewinnungsart und der angewandten Aloespezies zeigt die Ware verschiedene Beschaffenheit.
Schnell eingedampfter Saft gibt eine undurchsichtige, etwas kristallinische Aloe, welche seit Dioskorides als leberfarbene Aloe (Aloë hepatica) unterschieden wird. In Deutschland verwendet man hauptsächlich die Kapaloe (Aloe lucida), eine stark glasglänzende, in kleinen Splittern rötliche bis hell gelbbraune, durchsichtige, im auffallenden Licht fast schwarze, nicht kristallinische Masse, welche, völlig ausgetrocknet, bei 100° nicht erweicht, überhaupt nicht ohne Zersetzung schmilzt.
Lufttrockne Kapaloe enthält 7–14 Proz. Wasser; bei 100° getrocknet, besitzt sie ein spezifisches Gewicht von 1,364; sie gibt ein trübhellgelbes Pulver und löst sich von allen Sorten am reichlichsten in Wasser und Alkohol. Barbadosaloe ist härter, tiefbraun, auf den Bruchflächen nicht glänzend, etwas kantendurchscheinend, kristallinisch. Sokotora-Aloe (Aloe von Bombay, Sansibar, ostindische Aloe), von den Küstenländern des Roten Meers und Aden, ist schön braunrot oder mehr leberfarbig, sehr kristallinisch, kommt auch weich und selbst flüssig in den Handel.
Die Aloesorten verdanken ihren schwach eigentümlichen Geruch einem sehr geringen Gehalt an ätherischem Öl und schmecken widerlich bitter. 3 Teile Aloe lösen sich klar in 6 Teilen kochendem Wasser, bei 0° aber scheiden sich allmählich 2 Teile Aloeharz wieder aus, welches nicht bitter schmeckt und in Alkohol, Äther und Alkalien löslich ist. Die vom Harz befreite braune, wässerige Lösung reagiert schwach sauer und gibt beim Verdampfen das Extractum Aloës. Alkohol löst Aloe vollständig oder fast vollständig, und diese Lösung (1 Teil Aloe und 5 Teile Alkohol) ist als Tinctura Aloës
offizinell.
Aus der Aloe ist ein kristallisierbarer Bitterstoff, Aloin, abgeschieden worden, welcher die physiologische Wirkung der Aloe in erhöhtem Maß besitzt. Die verschiedenen Aloesorten liefern aber voneinander abweichende Aloine, die zu einander in naher Beziehung stehen und vermutlich Derivate des Anthracens sind. Mit Salpetersäure gibt das Aloin Chrysaminsäure. Man benutzt Aloe als Abführmittel, welches die Verdauung nicht stört, im Gegenteil etwas anregt und bei längerm Gebrauch keine Steigerung der Dosis erfordert. Sie befördert aber Neigungen zu Blutungen und ist auch bei Schwangerschaft ausgeschlossen. – Die Aloe war schon den Alten bekannt, Alexander d. Gr. soll sich um die Hebung der Aloeproduktion bemüht haben.
Als uralte Produktionsstätte gilt die Insel Sokotora. Dioskorides und Plinius kennen bereits mehrere Sorten und Verfälschungen, und auch im Mittelalter war sie geschätzt. Sie bildet einen wesentlichen Bestandteil alter Präparate, wie des Elixir ad longam vitam, Elixir proprietatis Paracelsi. Schon im 10. Jahrh. wird sie in angelsächsischen Schriften erwähnt und im 12. Jahrh. in deutschen Arzneibüchern. Spätestens im 16. Jahrh. gelangte Aloe vulgaris nach Westindien, und 1693 war Barbados-Aloe auf dem Londoner Markt. Seit 1773 wurde am Kap Aloe dargestellt. |
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Weiterführende
Informationen
E-Monographie
Pflanzenbeschreibung
(engl.)
Kräuterbuch anno 1625
Quellen |
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